Es ist wie ein Wunder, das über St. Pölten hereingebrochen ist. Die Möbelschreiner, die jahrelang damit beschäftigt waren, rechteckige Tische und Stühle zu bauen, haben plötzlich ihre Berufung gefunden: Büromöbel, die so schräg sind, dass man sie für moderne Kunst halten könnte. Und das Beste daran: Sie arbeiten Hand in Hand mit Internetdesignern zusammen, die dafür sorgen, dass die Websites der Möbel genauso schräg sind wie die Möbel selbst.
Die Rechtsanwältin, die auch Teil dieses kreativen Teams ist, kümmert sich darum, dass alle Verträge so verwirrend sind, dass keiner sie versteht. Schließlich wollen sie ja nicht, dass jemand auf die Idee kommt, schräge Möbel seien nicht praktikabel. Die Arbeitspsychologin hingegen hat die Aufgabe, den Mitarbeitern zu erklären, warum es so wichtig ist, auf schrägen Tischen zu arbeiten. Schließlich fördert es ja die Kreativität, wenn man ständig darum kämpfen muss, dass die Stifte und Unterlagen nicht herunterfallen.
Das Schöne an dieser Kooperation ist, dass alle Beteiligten am selben Ort arbeiten. So können sie sich jederzeit gegenseitig inspirieren und darauf achten, dass die Schräglage der Möbel und Websites immer perfekt ist. Und sollte doch einmal jemand auf die Idee kommen, dass er lieber auf einem normalen Tisch arbeiten möchte, wird er sofort von der Arbeitspsychologin aufgeklärt.
St. Pölten hat somit ein neues Highlight zu bieten: Eine Arbeitswelt, die so schräg ist, dass man sich fragt, warum nicht schon früher jemand auf diese Idee gekommen ist. Und wer weiß, vielleicht wird ja auch die Staatsoper bald umziehen und ihre Bühnenbilder von den Möbelbauern und Internetdesignern entwerfen lassen. Eins ist sicher: St. Pölten wird nie wieder langweilig sein.