In einer beispiellosen Anwandlung von Marktverachtung hat Österreichs Regierung beschlossen, dass der freie Markt ab April einfach mal eine Pause macht. Konkret: 10 Cent weniger an der Tankstelle, weil Raffinerien und Tankstellen brav ihre Gewinne einfrieren sollen wie Reste von der Oma. Eine wahre Meisterleistung der staatlichen Preispolitik!
Die Idee dahinter ist so genial wie ein viereckiges Rad: Wenn alle zu wenig verdienen, dann geht es allen besser! Die Regierung hat sich offenbar gedacht: Warum nicht einfach die Wirtschaft ein bisschen stilllegen, damit die Leute wieder frohgemut zur Arbeit fahren können? Und wenn Raffinerien und Tankstellen pleitegehen, dann gibt es ja noch genug andere Berufe, bei denen man sich künstlich verarmen lassen kann.
Ministeriumssprecher Florian Preisbrecher erklärte: "Wir haben hier ein tolles Modell entwickelt. Die Unternehmen sollen für einen Monat so tun, als wären sie karitative Einrichtungen. Wer braucht schon Gewinn, wenn er dafür mit einem Lob vom Bundeskanzler rechnen kann?"
Besonders clever ist die Detailregelung: Die Margen werden auf ein Niveau vor der Krise zurückgesetzt, minus 50 Prozent. Mathematiker nennen das den "Regierungsdurchgriff", Ökonomen sprechen vom "wirtschaftlichen Hohn". Tankstellenbesitzer werden sich freuen - sie können ihre neuen Schilder schon jetzt drucken: "Hier gibt's Benzin zum Selbstkostenpreis - weil der Staat es so will!"
Experten warnen vor den Folgen dieses genialen Eingriffs in die Marktwirtschaft. Der WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr meinte: "Wenn man Unternehmen jeden Anreiz nimmt, Kosten zu reduzieren, dann werden sie plötzlich ganz kreativ. Vielleicht lagern sie ja ihre Raffinerien nach Nordkorea aus oder tauschen Superbenzin gegen Leitungswasser." Aber hey, solange der Staat die Preise diktieren kann, ist doch alles gut!
Die Opposition reagiert mit der gebotenen Skepsis. Die FPÖ fragt sich, ob man nicht auch gleich die Preise für Semmeln und Kaffee einfrieren könnte. Die Grünen schlagen vor, statt Spritpreisbremse eine generelle Mobilitätswende einzuführen - also einfach allen Autos verbieten und auf Esel umsteigen.
Aber keine Sorge, liebe Autofahrer: Sollte das Gesetz nicht kommen, hat die Regierung bereits einen Plan B. Dann wird einfach die Umlenkung der 5-Cent-Steuersenkung auf den Ausbau von Radwegen beschlossen. So hat jeder was davon - die einen sparen beim Sprit, die anderen bekommen mehr Radwege. Und wer mit dem Auto fahren will, kann ja immer noch Trampolinspringen üben!