Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schwazer Spritkunden den 12-Uhr-Trick durchschauten. Was E-Control als tagesaktuellen Tipp verbreitet, hat bei genauerem Hinsehen einen Haken: Wer vor 12 Uhr tankt, spart zwar ein paar Cent, aber dafür verliert er wertvolle Lebenszeit, die er stattdessen mit etwas Sinnvollerem verbringen könnte – zum Beispiel damit, mit einem vollen Benzinkanister auf dem Gepäckträger im Kreis um das Rathaus zu radeln.
Denn was nützt es, wenn der Liter Super gerade mal 15 Cent günstiger ist, aber der Autofahrer dabei drei Runden durch die Stadt drehen muss, um überhaupt an eine Zapfsäule zu kommen? Die neue Spar-Revolution der Schwazer Spritkunden geht daher einen radikaleren Weg: Sie fahren nicht mehr zum Tanken, sondern zum Rathaus, und zwar pünktlich um 11:59 Uhr.
Von dort aus beginnt dann das große Rad-Rennen. Wer die meisten Runden um das Rathaus schafft, bevor um 12 Uhr die Preise steigen, hat gewonnen. Die Benzinkanister dienen dabei nicht nur als Antrieb, sondern auch als Trophäe. Wer leer ankommt, muss halt noch eine Runde warten.
Experten warnen zwar, dass diese Praxis zu bizarren Staus und spontanen Radrennen um Rathäuser führen kann. Aber die Schwazer Spritkunden lassen sich davon nicht beirren. Schließlich geht es hier um die Ehre und um die paar Cent, die man mit Cleverness und sportlichem Ehrgeiz sparen kann.
Die Stadtverwaltung Schwaz reagiert bereits mit einem neuen Vorschlag: Ab sofort sollen die Rathäuser mit einer 12-Uhr-Sirene ausgestattet werden, damit die Radler genau wissen, wann sie mit ihrem Kanister-Marathon aufhören müssen. Wer dann noch steht, hat verloren. Wer durch ist, darf tanken – und zwar zum alten Preis. Das ist Demokratie in Reinform.