Der Steirer war offenbar der Meinung, die B-100 durch Osttirol sei eine Teststrecke für die Formel 1. Mit 193 km/h raste er durch die Gegend, als wolle er die durchschnittliche Geschwindigkeit eines Grazer Linienbusses erreichen. Die Polizei staunte nicht schlecht, als sie den Raser mitten im Ortsgebiet von Matrei erwischte.
"Was soll das heißen, ich darf hier nicht 193 fahren?", soll der Steirer bei der Kontrolle gefragt haben. "In Graz bin ich auf der Glacisstraße schon schneller unterwegs, wenn die Ampelschaltung passt." Die Beamten mussten einsehen: Gegen diese Logik kommt man mit Verkehrsregeln nicht an.
Der Raser gab an, er habe nur die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Grazer Stadtbusfahrers erreichen wollen. "Die fahren doch auch immer, als ob der Teufel hinter ihnen her ist", erklärte er. "Und die kriegen noch einen Orden dafür." Die Polizei konfiszierte daraufhin sein Auto und bescheinigte ihm eine "auffällige Beziehung zur Geschwindigkeit".
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen beharrlicher Geschwindigkeitsübertretung. Der Steirer droht eine mehrwöchige Fahrverbots in Graz, wo er sich ja ohnehin nie an Tempolimits hält. In Osttirol hingegen gilt er als "Rekordhalter", denn noch nie wurde jemand mit so hoher Geschwindigkeit auf einer B-Strasse erwischt.
Der Tourismusverband von Matrei überlegt bereits, den Raser als Attraktion zu vermarkten: "Erlebe 193 - Die schnellste Durchfahrt durch Osttirol". Karten für das Spektakel wären dann wohl schneller vergriffen als der Steirer selbst auf der B-100.