Der Brennerverkehr ist wie ein schlechter Witz, den keiner versteht, aber alle mitgrinsen müssen. Während die Tiroler Autofahrer sich schon an die gemütliche Schleichfahrt auf der Autobahn gewöhnt haben, will die Bahn jetzt auch noch einen draufsetzen. Am Deutschen Eck soll mal so richtig dichtgemacht werden – angeblich für Sanierungsarbeiten, aber wir wissen ja alle: Die Züge brauchen auch mal Urlaub.
Die bayerische Staatsregierung reagiert mit der Gelassenheit eines Elternteils, dessen Kind gerade zum wiederholten Mal die Vase umgeworfen hat. "Das darf doch alles nicht wahr sein!" ruft Verkehrsminister Söder junior in den Wald hinein, weil er hofft, dass wenigstens die Bäume zuhören. Die Deutschen fürchten um ihre Pünktlichkeitsstatistiken, die ohnehin nur mehr als satirische Groteske durchgehen würden.
Verkehrslandesrat Zumtobel schlägt einen eingleisigen Betrieb vor, weil er wohl denkt, dass eine halbe Bahn noch besser ist als keine. "Die Züge können sich ja abwechselnd begegnen", erklärt er mit der Überzeugungskraft eines Verkäufers von Küstenimmobilien in der Wüste. Zumindest könnten die Lokführer dann im Stau stehen bleiben und hätten Gesellschaft.
Die Güterzüge haben inzwischen die Nase voll und wollen zur Straßenshow wechseln. "Wir wollen auch mal im Stau stehen", fordern sie und drohen mit einem Streik, falls ihnen die glamouröse Autobahnfahrt verwehrt bleibt. Die Lkw-Fahrer sind empört: "Das ist unser Revier!" und fordern den sofortigen Ausschluss der Güterzüge aus der Staugewerkschaft.
Unterdessen überlegt die Tiroler Landesregierung, die Brennerautobahn einfach zur Fußgängerzone zu erklären. "Dann haben wir wenigstens keine Abgase mehr", argumentiert ein Sprecher, der offenbar noch nie versucht hat, mit 500.000 Autos über einen Berg zu wandern. Die Idee eines Tunnel-Zeltlagers für gestrandete Autofahrer wird ebenfalls diskutiert – inklusive Survival-Training für den Ernstfall.
Die Deutsche Bahn rechtfertigt die Totalsperren mit technischen Notwendigkeiten, aber Insider vermuten, dass die Lokführer einfach genug von der Langeweile haben. "Ständig nur geradeaus durch den Tunnel – das macht doch keinen Spaß mehr", klagt ein anonym bleibender Triebfahrzeugführer. Deshalb fordern sie nun regelmäßige Sperren, um sich mal wieder die Beine vertreten zu können.
Für die Zukunft plant die Verkehrsplanung ein revolutionäres Konzept: Alle Verkehrsteilnehmer sollen per Losverfahren entscheiden, wer wann fahren darf. "Das schafft Gerechtigkeit und reduziert den Verkehr", verspricht ein Verkehrsplaner, der offenbar noch nie versucht hat, ein ganzes Bundesland per Zufallsprinzip zu organisieren. Kritiker halten das für eine moderne Form der Verkehrsdiktatur, aber die Befürworter entgegnen: "Besser als die derzeitige Anarchie!"