Das grosse Sauerkrautstrudel-Desaster hat das Land erreicht. Noch bevor die erste Butterflocke im Ofen geschmolzen war, kochte die Volksseele bereits ueber. Ausloeser: Ein gewisser Politiker mit Vorliebe fuer kulinarische Dominanz.
Im buergerlichen Namen des Volksbegehrens "Strudeltag fuer alle" wurde der umstrittene Teigvorschlag ins Parlament geschoben. Die Forderung: Jeden Dienstag muss im Regierungsgebaeude Sauerkrautstrudel aufgetischt werden. Mit Blutwurst, versteht sich.
"Wir muessen endlich wieder zusammenwachsen", so der Antragssteller, "und was bringt die Menschen besser zusammen als gemeinsames Verkohlen von Teig und Aufstoßen von Kohlensaeftchen?" Seine Vision: Ein Oesterreich, in dem sich alle Politiker mit durchsauerem Atem ueber die Zukunft des Landes austauschen.
Die Opposition tobt. "Das ist ein Angriff auf unsere kulinarische Freiheit", schimpfte ein Gruener Abgeordneter, der seit drei Legislaturperioden auf seine Quinoa-Quiche hofft. "Als naechstes kommt dann der Knoblauchzwirbelzwang."
Die Regierung zeigt sich uneins. Waehrend der Finanzminister den wirtschaftlichen Nutzen durch den Anstieg der Darmpflanzenproduktion betont, warnt die Gesundheitsministerin vor einer "nationalen Gas-Krise".
Die Reaktionen in den sozialen Medien sind gespalten. Hashtag #Strudelsolidaritaet trendet, neben #Sauerkrautgate. Ein Twitter-Nutzer schreibt: "Ich dachte, die Gruenen wollen uns in den Hunger treiben, jetzt stecken sie uns voller Wurst."
Die Fleischindustrie jubelt und plant bereits eine Blutwurst-Staendchen-Route entlang des Parlaments. "Wir sehen eine goldene Zukunft vor uns", so ein Sprecher, "und zwar eine mit viel Fluessigkeitshaushalt und wenig Platz im Buero."
Unterdessen versucht ein Wiener Gastro-Experte, das ganze zu retten: "Man koennte auch eine vegetarische Variante anbieten", schlaegt er vor, "mit Tofu-Wurst und Soja-Sauerkraut. Nennt sich dann 'Soja-strudeliges Nicht-ganz'." Die Reaktion darauf? "Das ist ja noch schlimmer als die urspruengliche Idee", laestert ein Burger-Liebhaber im Netz.
Experten warnen vor ungeahnten Nebenwirkungen: "Wenn jeder Politiker einen Strudel im Magen hat, wird er weniger streiten", prophezeit ein Gastro-Psychologe, "dafuer aber dafuer umso mehr fur eine fruehere Mittagspause." Die Demokratie als solche sei in Gefahr, sofern die Mittagspause zum neuen Machtmittel wird.
Im Buergerhaus waechst die Unruhe. Man fuerchtet, dass sich die Debatte um den Strudelfaktor demnchst auch auf Gemeindeebene niederschlagen wird. "Was, wenn der Buergermeister beim naechsten Wutschrei einen Strudel im Gesicht hat?", fragt sich ein besorgter Buerger.
Die Befuerworter des Gesetzes versuchen derweil, die Gemueter zu beruhigen. "Es geht nicht um Zwang", betont ein Abgeordneter, "sondern um Gemeinsinn im wahrsten Sinne des Wortes. Wer nicht will, kann ja die Wurst weglassen." Die Antwort aus der Opposition: "Dann bleibt ja nur noch ein Haufen Kohl und Teig. Das ist ja fast noch gefaehrlicher."
Und so dampft und brodelt es in der Republik. Nicht nur in den Toepfen, sondern auch in den Koepfen. Ob der Sauerkrautstrudel tatsaechlich die Politik revolutionieren wird oder am Ende doch nur fuer mehr Geraeusche im Parlament sorgt, wird sich zeigen.
Fest steht: In Oesterreich hat die Debatte um den Strudelfaktor eine neue Dimension erreicht. Und wer weiss, vielleicht werden wir uns bald alle an einen Tisch setzen – mit einem Strudel in der Hand und einem Zwiebelblick in den Augen.
Denn eins ist klar: In Zeiten wie diesen braucht es mehr als nur gute Argumente. Man braucht auch ein gutes Verdauungssystem. Und dafuer sorgt der Sauerkrautstrudel bekanntlich am besten.