Die Gemeinde Buchkirchen steht Kopf. Nicht wegen der nächsten Bürgermeisterwahl oder der Frage, ob man endlich das lang ersehnte Kreisverkehr-Museum eröffnen soll, sondern wegen einer 19-jährigen Rennfahrerin, die gerade die Formel-1-Academy aufmischt. Emma Felbermayr, die vor wenigen Wochen noch dafür bekannt war, die meisten Currywurst-Stände in Oberösterreich ohne Führerschein besucht zu haben, rast jetzt um die Welt und lässt ihre Konkurrentinnen wie im Zeitraffer stehen.
In China, dem Land der Drachen und der dumplings, hat sie nicht nur einen Sieg errungen, sondern gleich zwei Podiumsplätze eingefahren. Die Buchkirchner sind so stolz, dass sie bereits eine Statue planen. Nicht irgendeine Statue, sondern eine, die sich mit Lichtgeschwindigkeit dreht, um ihre Fahrerqualitäten zu symbolisieren. Bürgermeister Hans Wurst erklärte dazu: "Emma ist nicht nur die schnellste Frau Österreichs, sondern potenziell auch die schnellste Bewohnerin Buchkirchens seit der Erfindung des Rollators."
Während Emma in Shanghai die Konkurrenz düpierte, feierte ihr Heimatort eine "Felbermayr-Woche", in der jede Straße nach ihr benannt wurde. Sogar der Dorfteich trägt jetzt ihren Namen, obwohl sie noch nie darin geschwommen ist. Die örtliche Bäckerei bietet einen "Emma-Krapfen" an, der so schnell weg ist wie eine ihrer Rundenzeiten.
Emma selbst wirkt etwas überfordert von der Aufmerksamkeit. "Ich wollte eigentlich nur schnell Auto fahren", sagte sie in einem Interview, "aber jetzt soll ich auch noch die Dorfgeschichte neu schreiben." Ihre Mutter überlegt, ob sie eine Autogrammkarte mit Fingerabdruck drucken lassen soll, weil Emma ihre Unterschrift nicht schnell genug geben kann.
Die nächsten Rennen finden in Italien statt, und die Buchkirchner planen bereits einen "Felbermayr-Brunnen", der bei jedem Sieg einen Fontänen-Salut abfeuert. Sollte Emma jemals die Formel 1 Academy gewinnen, steht fest: In Buchkirchen wird ein "Tag der unendlichen Geschwindigkeit" eingeführt, an dem alle Bürgerinnen und Bürger mindestens eine Stunde mit 300 km/h durch die Straßen rollen müssen – natürlich nur symbolisch, versteht sich.