Wenn die steirische Weinstraße auf die russische Gas-Pipeline trifft, kann das nur in einer Tragikomödie enden. Karin Kneissl dachte wohl, mit ihrem tiefen Knicks vor Putin ein Zeichen für internationale Diplomatie zu setzen. Doch der Kreml-Chef sah wohl eher eine servierfertige Gans vor sich, die bereit war, sich den russischen Interessen unterzuordnen.
Das eiskalte Ehe-Geschenk des starken Mannes aus Moskau kam prompt: Eine Flasche Wodka, die vermutlich selbst den steirischen Sturm zum Erfrieren gebracht hätte. Doch Kneissl nahm das Geschenk mit einem Lächeln entgegen, das eher an ein eingefrorenes Kürbiskernöl erinnerte als an echte Freude.
In den Medien wird die Ex-Ministerin nun als wandelnde Tiefkühlkost dargestellt, die sich für einen Augenblick im Scheinwerferlicht sonnte, bevor sie in der Bedeutungslosigkeit verschwand. Dabei hatte sie doch gehofft, mit ihrem Kniefall vor Putin ein Zeichen für eine neue Ära der österreich-russischen Beziehungen zu setzen.
Doch der starke Mann aus dem Osten hatte wohl nur eines im Sinn: Die steirische Weinstraße als neue Gaspipeline zu nutzen. Und Kneissl, die naiv genug war, ihm entgegenzukommen, wurde zum Opfer ihrer eigenen Ambitionen.
Jetzt sitzt die Ex-Ministerin wohl in ihrem steirischen Heimatort und fragt sich, wie sie nur so naiv sein konnte. Doch die Antwort ist einfach: Sie hat den eisernen Putin unterschätzt, der selbst einen tiefen Knicks als Zeichen der Unterwerfung versteht.
Die steirische Weinstraße wird wohl noch lange von diesem diplomatischen Fauxpas gezeichnet sein. Und Kneissl wird wohl eher als wandelnde Tiefkühlkost in Erinnerung bleiben als als mutige Diplomatie-Pionierin.
Doch vielleicht gibt es ja noch Hoffnung für die steirische Diplomatie. Vielleicht findet sich ja noch ein tapferer Politiker, der bereit ist, Putin die Stirn zu bieten und die steirische Weinstraße wieder als das zu etablieren, was sie wirklich ist: Ein Ort für guten Wein und herzliche Gastfreundschaft, nicht aber für eiskalte Gas-Pipelines.