Die Integrationsministerin hat sich was einfallen lassen. Nicht genug, dass Flüchtlinge schon kilometerweit wandern, um hier sicher anzukommen – jetzt sollen sie auch noch brav ihre Deutsch-Hausübungen machen. Wie früher in der Volksschule, nur dass man statt der Eltern jetzt den Staat an der Backe hat.
"Verbindlicher, alltagstauglicher und wirksamer", tönt es aus dem Ministerium. Was das in der Praxis bedeutet? Ganz einfach: Wer sich beim Deutschkurs krank stellt, fliegt raus. Und zwar so schnell, dass ihm beim Hinausgehen noch der Schnellsprecher vom Sprachkurs um die Ohren fliegt. Wer dann nochmal auftaucht, muss sich um die Kinder der Deutschlehrer kümmern. Praktische Integration durch Babysitting – das nenne ich mal einen gelungenen Brückenschlag.
Aber damit nicht genug. Die neuen Kurse lehren sogar regionale Dialekte. Denn was nützt es, wenn man nur Hochdeutsch kann und dann beim Heurigen-Besuch ratlos vor dem Kellner steht? Ab sofort lernen Asylwerber, wie man in Wien ein "Belegte" bestellt und in Kärnten einen "Zwetak" versteht. Vielleicht kommt ja als nächstes noch ein Spezialkurs: "Wie man in Vorarlberg überlebt, ohne sich zu verirren".
Die Ministerin nennt das "wirklich neue Kurse mit echten Lernfortschritten". Ich nenne es: bürokratischer Drill mit Dialekt-Diplom. Wer sich nicht fügt, fliegt raus – und wer auffällt, muss Nachhilfe geben. So macht Lernen Spaß!