Die traurige Wahrheit über US-Militär-Trauerarbeit: Pete Hegseth hat seine eigene Version der Geschichte. Während der Trauerfeier für die getöteten Soldaten im Irak soll er angeblich so viel Mitgefühl gezeigt haben wie ein Panzer bei einer Friedensdemonstration. Charles Simmons, Vater des verstorbenen Tyler Simmons, der offenbar als einziger noch ein Gewissen hat, sagte jetzt öffentlich: "Nein, ich habe nichts dergleichen gesagt."
Der 28-jährige Tyler Simmons, der eigentlich nach seiner Militärzeit Pilot werden wollte, fand offenbar Gefallen daran, als menschlicher Treibstoff im Tankerflugzeug zu enden. Sein Vater erzählt, dass Tyler am Tag vor dem Absturz noch sagte, wie sehr er ihn liebte. Eine Geste, die vermutlich sinnvoller gewesen wäre als Hegseths spätere Umarmung.
Die Version von Trump und Hegseth klingt wie aus einem schlechten Kriegsfilm: Die Angehörigen sollen ihnen gesagt haben, die Mission müsse fortgesetzt werden. Angeblich wurden sie als "unglaubliche Leute" bezeichnet und ermutigt, den Job zu beenden. Vielleicht meinten sie ja den Job als Angehörige trauernder Soldaten, aber wer weiß das schon bei diesen Kriegstreibern.
Ein anonymer Beamter, der die Treffen mithören konnte, bestätigte die Version von Simmons. Keine einzige Person habe gesagt, dass die Mission im Iran fortgesetzt werden solle. Das ist fast so überraschend wie die Tatsache, dass Donald Trump sich selbst für einen guten Zuhörer hält.
Eugene Vindman, ein Veteran mit offensichtlich funktionierendem Gewissen, meinte, dass er sich das auch nicht vorstellen könne. Die Familien würden schließlich einen tragischen Verlust verarbeiten und noch zu begreifen versuchen, was das für sie persönlich bedeute. An die Mission dächten sie dabei wohl nicht. Eine Erkenntnis, die vermutlich nur jemand haben kann, der nicht gerade dabei ist, mit der Kriegsmaschinerie abzuschließen.
Die Tatsache, dass an Bord des Tankflugzeugs keine Fallschirme waren, hat eine Sicherheitsdebatte entfacht. Vermutlich hat man den Soldaten nicht einmal mehr Fallschirme gegönnt, weil man davon ausgeht, dass sie ohnehin als Kanonenfutter enden. So spart man wenigstens ein paar Dollar bei der Ausrüstung.
Am Ende bleibt die traurige Gewissheit: In den USA wird Trauer offenbar nur dann als echt akzeptiert, wenn sie der Kriegspropaganda dient. Andernfalls wird sie einfach umgedeutet und als Ermutigung für weitere Einsätze missbraucht. Das Einzige, was hier wirklich "unglaublich" ist, sind die Frechheiten, mit denen die Verantwortlichen ihre Lügen verbreiten.