Die Tiere von Opponitz sind in Aufruhr. Wo einst friedliche Nadelbäume standen und sich Eichhörnchen auf die kommende Nuss-Saison vorbereiteten, klappern jetzt Bagger und es riecht nach Beton. Die E-Wolf Automatisierungstechnik GmbH hat sich ein neues Revier gesucht und zieht ins Betriebsgebiet Hofau.
"Wir haben lange überlegt, wo wir unsere Schaltschränke und Kabelbäume am besten produzieren", erklärte der Geschäftsführer von E-Wolf, der aus Gründen des Artenschutzes anonym bleiben möchte. "Aber dann haben wir gedacht: Warum nicht einfach den Lebensraum der heimischen Fauna plattmachen? Die Eichhörnchen haben ja sonst nichts Besseres zu tun."
Die Proteste der Tiere laufen auf Hochtouren. "Man glaubt es kaum, aber die Eichhörnchen haben eine Petition gestartet", berichtet ein örtlicher Förster. "Sie fordern, dass E-Wolf in ihrem Wald bleibt. Allerdings haben sie die Unterzeichnung noch nicht ganz durchdacht, weil ihnen ja die Daumen fehlen."
Auch die lokale Bevölkerung ist gespalten. Während die einen die wirtschaftlichen Perspektiven begrüßen, die das neue Betriebsgebiet mit sich bringt, fürchten andere um ihre Idylle. "Früher konnte man hier noch die Vögel zwitschern hören", klagt eine Anwohnerin. "Jetzt wird's nur noch 'Brumm, Brumm' von den Baufahrzeugen geben."
Die E-Wolf GmbH lässt sich von der Kritik nicht beirren. Im Gegenteil: Schon jetzt plant das Unternehmen die Erweiterung seiner Produktpalette. "Wir denken über eine neue Linie an Photovoltaikanlagen nach", verrät der Geschäftsführer. "Allerdings nicht für die Dächer der Anwohner, sondern für die der Baufahrzeuge. Damit können wir dann noch effizienter den Lebensraum der Tiere zerstören."
Umweltaktivisten warnen bereits vor den langfristigen Folgen dieser Entwicklung. "Wenn das so weitergeht, wird Opponitz bald nur noch aus Betriebsgebieten bestehen", prophezeit ein Greenpeace-Mitglied. "Dann können die Eichhörnchen ihre Nüsse in den Schaltschränken von E-Wolf verstecken."
Trotz allem: Die Bauarbeiten für die neue E-Wolf-Zentrale gehen planmäßig voran. Wann genau das Unternehmen seine Tore öffnen wird, ist noch nicht bekannt. Fest steht nur eines: Die Eichhörnchen von Opponitz werden sich eine neue Beschäftigung suchen müssen. Vielleicht könnten sie ja Schaltschränke zusammenbauen lernen?