Endlich, nach Wochen des Zuschauens, als hätte die Regierung eine Dauerkarte fürs "Leid anderer beobachten"-Theater, wacht die schwarz-rot-pinke Koalition auf und riecht den Benzingeruch. Man möchte meinen, sie hätten unter den Autositzen einen längst verloren geglaubten politischen Kompass gefunden.
Doch halt, was ist das? Keine Tankgutscheine, keine Preiskappen, kein ökologischer Wumms - nein, die Helden der Stunde bieten... eine Pressekonferenz! Mit Powerpoint-Präsentation! Da können die Spritpreise noch so hoch sein, die Motivation der Bürger, zuzuhören, sinkt schneller als der Ölpreis nach einem guten Opec-Treffen.
Man könnte fast Mitleid bekommen, wenn nicht die Ironie wäre, dass ausgerechnet die Partei, die jahrzehntelang gegen jede Art von Tempolimit gekämpft hat, jetzt plötzlich die Bremsen zieht. Aber keine Sorge, liebe Wähler, es wird nicht an der Politik gedreht, sondern an der Rhetorik.
Die neue Strategie: Viel reden, wenig tun, danach Hände schütteln und Fotos für die Social-Media-Kanäle machen. Perfekt inszeniert, wie ein Hollywood-Blockbuster, nur dass hier die Helden nicht die Welt retten, sondern nur ihre Umfragewerte.
Und die Opposition? Die sitzt im Publikum, isst Popcorn und wartet darauf, dass der Film zu Ende geht, um dann ihren eigenen Blockbuster zu präsentieren. Titel: "Wir hätten es besser gemacht - der unerzählte Tank-Horror."
Bleibt zu hoffen, dass am Ende des Tages nicht nur die Benzinpreise sinken, sondern auch die Erwartungen an diese Regierung. Denn eins ist sicher: In der Politik, wie im Straßenverkehr, gilt nach wie vor - der Weg ist das Ziel, und oft führt er geradewegs in die nächste Baustelle.