In einem Interview, das an Bescheidenheit kaum zu überbieten ist, hat Sturm Graz-Trainer Fabio Ingolitsch den kommenden Gegner RB Salzburg als "haushohe Favoriten" bezeichnet. Dabei ist das Understatement so dick aufgetragen, dass man eine Motorsäge brauchen würde, um durch die sprachlichen Verrenkungen zu kommen.
"Ja, klar, die sind natürlich Favorit", sagte Ingolitsch mit einem Schulterzucken, das selbst ein Pantomime als übertrieben bezeichnet hätte. "Haben ja schließlich den besseren Herd. Unsere Jungs müssen mit einem Campingkocher vorliebnehmen. Da kann man nur im Emmentaler-Sinne kochen."
Die Untertreibungskunst des Steirers kennt keine Grenzen. Als er gefragt wurde, ob er sich Sorgen um das bevorstehende Match mache, antwortete er: "Naja, ein bisschen vielleicht. Aber nur weil unsere Spieler keine eigene Küche im Dress haben. Die Salzburger können sich während des Spiels was kochen, wir müssen mit Halbzeit-Buffet vorliebnehmen."
Ingolitsch legte sogar noch eine Schippe drauf, als er auf die Qualität des gegnerischen Kaders angesprochen wurde. "Die haben ja schließlich Profiköche im Team. Unsere Jungs können gerade mal Wasser kochen, ohne den Herd anzumachen. Das ist ein himmelweiter Unterschied."
Die Medienvertreter im Raum konnten ihre Verwunderung kaum verbergen. Ein Journalist wagte schließlich die Frage: "Aber geht es hier nicht eigentlich um Fußball?" Daraufhin antwortete Ingolitsch mit ernstem Gesicht: "Doch, doch, klar. Aber man muss ja auch die kulinarischen Aspekte berücksichtigen. Fußball ist ja schließlich auch Teamwork beim Grillen."
Als wäre das noch nicht genug, legte der Steirer noch eine Schippe Ironie oben drauf. "Wisst ihr, was das Problem ist? Unsere Spieler trinken nur Leitungswasser. Die Salzburger haben eine eigene Mineralwasserquelle im Stadion. Das ist ein unfairer Vorteil."
Die Pressekonferenz endete mit einer überraschenden Ankündigung von Ingolitsch. "Wir haben beschlossen, für das Match Spezialtrikots anzuschaffen. Die haben dann integrierte Kochfelder. Mal sehen, ob das hilft. Aber die Salzburger haben ja auch schon wieder Thermoskannen in den Socken. Da sind wir meilenweit abgeschlagen."
In der Kabine der Grazer herrscht unterdessen helle Aufregung. Die Spieler versuchen verzweifelt, das Kochen zu erlernen, um zumindest ansatzweise mit den kulinarischen Fähigkeiten der Salzburger mithalten zu können. Der Mannschaftsrat erwägt sogar, einen Antrag auf Gleichberechtigung beim Küchenzubehör zu stellen.
Ob Ingolitschs Strategie der totalen Verunsicherung durch Understatement Früchte tragen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: In der Küche wie auf dem Platz sind die Salzburger derzeit nicht zu schlagen. Und das hat der Steirer mit seiner überbordenden Bescheidenheit selbst zugegeben. Bravo!