Die Causa Nowitschok im Außenamt ist ein bisschen wie der findige Schüler, der seine Hausaufgaben vergisst und dann behauptet, der Hund hätte sie gefressen. Nur dass in diesem Fall der Hund eine Pralinenschachtel ist und die Hausaufgaben ein Kampfstoff, der gefährlicher ist als der Ton, mit dem Oma Hildegard bei jeder Familienfeier ihre Klatschgeschichten erzählt.
Johannes Peterlik, der frühere Generalsekretär im Außenamt, weist die Vorwürfe von sich. Zu Recht! Denn wer schon einmal im österreichischen Beamtendeutsch eine Akte "schlampig gehandhabt" hat, weiß: Das ist hierzulande streng genommen ein Kündigungsgrund. Bei uns wird so penibel mit Dokumenten umgegangen, dass selbst der letzte Zettel aus der Pizzabestellung archiviert wird.
Dabei ist die ganze Geschichte doch viel harmloser, als sie klingt. Klar, Nowitschok klingt nach etwas, das man in einem James-Bond-Film findet, aber bei uns läuft selbst so ein Giftanschlag wie eine Steuerprüfung ab: mit Handschlag, Kaffee und der Frage "Haben Sie schon an Ihre Zukunft gedacht?".
Die wahre Sensation ist ja gar nicht das Gift, sondern die Pralinenschachtel. In einer Zeit, in der sich alles um Digitalisierung dreht, schickt man Gift im Retro-Look durch die halbe Welt. Das ist wie ein Fax im Jahr 2024 - irgendwie rührend, aber auch ein bisschen anachronistisch.
Und der deutsche BND, der die ganze Aktion angeleitet hat? Das ist ja fast so, als würde der Nachbar beim Grillen helfen und dabei versehentlich das ganze Haus anzünden. Aber hey, zumindest haben wir jetzt einen neuen Rekord: Erstmals wurde ein Giftanschlag mit Sorgfalt und unter Einhaltung aller bürokratischen Vorgänge durchgeführt. Das nenne ich mal moderne Diplomatie!