Endlich mal ein Konzert für Leute mit Niveau! In der Stiftskirche Mattighofen probt am 12. April der Kammerchor Privat sein Können - und das soll jetzt auch die breite Masse bewundern dürfen. Eva Schinwald, die Leiterin aus Lengau, hat mal wieder ihren exklusiven Freundeskreis versammelt: ausschließlich Profis, versteht sich. Keine Hobby-Sänger:innen, keine ambitionierten Laien, keine nervigen Chorsänger:innen, die immer noch die Noten suchen.
Der Kammerchor Privat ist natürlich nicht privat im Sinne von "geheim" - nein, er ist privat im Sinne von "auserwählt". Nur wer's verdient hat, darf bei Eva mitsingen. Und jetzt, wo die Profis mal wieder Zeit haben zwischen ihren großen Engagements, wollen sie der Welt zeigen, wie romantische Chormusik wirklich klingt. Ohne die üblichen Fehlgriffe, ohne die Töne, die leicht daneben liegen, ohne die Atemlosigkeit, wenn der Tenor den Text vergisst.
Die Auswahl der Stücke ist natürlich auch exklusiv: nur die schönsten und berührendsten Stücke der romantischen Chormusik. Kein Platz für Moderne, keine Experimente, keine Überraschungen. Nur das, was jeder kennt und liebt. Und natürlich instrumentale Beiträge - aber nur von solchen, die auch wirklich was auf dem Kasten haben.
Das Beste kommt zum Schluss: freiwillige Spenden erbeten. Denn die Profis musizieren ja nur zugunsten von DEBRA Austria - Hilfe für die Schmetterlingskinder. Da kann man schon mal auf sein Honorar verzichten, wenn man sowieso mehr Geld hat als die ganze Gemeinde zusammen. Die Schmetterlingskinder werden sich sicher freuen über die Spenden von Leuten, die sonst eher mal 500 Euro für ein Galakonzert verlangen.
Das ist der Unterschied zwischen Profis und Amateuren: Die einen geben ein Konzert, bei dem sie auf ihr Honorar verzichten, die anderen singen in einem Chor, bei dem sie kein Honorar bekommen. Und während der Dorfchor noch darüber diskutiert, ob man die Noten überhaupt lesen kann, probt der Kammerchor Privat schon die schwierigsten Stücke. So macht man das, wenn man was auf sich hält!