Wenn es einen Preis für die kunstvollste Verpackung von 2.088 Euro im Monat gäbe, würde diese Küchenhilfe-Anzeige den Sieg nach Hause holen. Das Angebot ist ein Meisterwerk des Positiv-Denkens: Aus physischer Belastbarkeit wird "Fitness-Förderung", aus geregelten Arbeitszeiten ein Luxus und aus der monatlichen Dienstkleidung ein exklusives Benefit.
Besonders erstaunlich ist die Selbstverständlichkeit, mit der Dinge als "Perspektiven" verkauft werden, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. "Langfristiger, sicherer Arbeitsplatz" – als wäre das nicht der Grundstandard für jeden Job. "Angenehme Atmosphäre im Haus" – was für eine bahnbrechende Innovation in der Arbeitswelt! Es wirkt fast so, als ob der Arbeitgeber der Meinung wäre, dass es sich hierbei um großzügige Zugeständnisse handelt, statt um das, was eigentlich erwartet werden darf.
Die Anzeige liest sich wie ein Manifest der "Arbeit als Lebenszweck"-Ideologie. Da wird die Küchenhilfe als Berufung dargestellt, bei der man durch die ständige Einhaltung von Hygienevorschriften zur besseren Persönlichkeit wird. Die ständige Wiederholung von "hygienisch" und "sauber" erinnert fast an eine Sekte, in der die Reinheit von Körper und Arbeitsplatz zur höchsten Tugend erklärt wurde.
Besonders amüsant ist der Punkt mit der "kostenlosen Parkmöglichkeit". Als wäre das Finden eines Parkplatzes nicht ohnehin der heilige Gral jeder Dienststelle. Oder die "günstigen Mitarbeiterwohnungen" – als wäre es nicht eher die Regel als die Ausnahme, dass man für Arbeit nicht extra Miete zahlen muss.
Die Krönung ist aber das "täglich frisch gekochte Essen und xunde Jause". Als würde man für einen Job in der Küche nicht automatisch davon ausgehen können, dass man auch etwas davon abbekommt. Es ist fast so, als ob der Arbeitgeber glaubt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sonst verhungern könnten, wenn sie nicht diese großzügige Verpflegung bekämen.
Die ganze Anzeige liest sich wie ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie man Mindeststandards als Luxus verkauft und Pflichten als Privilegien tarnt. Es ist die perfekte Symbiose aus Arbeitsplatzbeschreibung und Motivationsseminar, bei dem sogar das Abwaschen von Geschirr als Chance zur Selbstverwirklichung dargestellt wird. Wer nach einem Job sucht, bei dem man für die Grundversorgung gelobt wird und bei dem selbst das Einhalten von Mindeststandards als Extra-Leistung angepriesen wird, ist hier genau richtig.