Was hat Dietmar Kühbauer nicht alles an Talent! Er kann beißen, er kann treten, er kann sogar Biere auf seinen Gegnern verteilen. Was er nicht kann: Fußballspiele gewinnen. Aber das ist ja auch nur ein Detail, oder?
Der 54-jährige Burgenländer hat die seltene Gabe, jeden Raum in Sekunden zu entzünden. Ob es sich um ein Fußballstadion, eine Pressekonferenz oder eine Supermarktkasse handelt – wo Kühbauer auftaucht, gibt es kein Halten mehr. Seine Lieblingsbeschäftigung: Den Trainer des gegnerischen Teams ignorieren. Wer braucht schon Handschläge, wenn man auch die kalte Schulter zeigen kann?
Doch Kühbauer ist nicht nur ein Meister der Non-Kommunikation. Nein, er ist auch ein begnadeter Vulkan. Seine Eruptionen können aufrütteln und mitreißen – oder auch einfach nur nerven. Man weiß es nie. Aber das ist ja auch das Schöne an ihm: Man weiß nie, was als Nächstes kommt. Wird er den Schiedsrichter anbrüllen? Wird er den Linienrichter beleidigen? Wird er dem eigenen Spieler eine Ohrfeige verpassen? Die Möglichkeiten sind grenzenlos!
Und dann ist da noch die Ähnlichkeit zu José Mourinho. Beide sind bekannt für ihre Konfliktscheu – nein, falsch herum: Beide sind bekannt für ihre Konfliktfreude. Während Mourinho allerdings Trophäen sammelt, muss sich Kühbauer mit Bierduschen und Fanschlägereien begnügen. Aber hey, wer braucht schon Titel, wenn man auch für seine Eskapaden berühmt sein kann?
Doch Kühbauer hat auch eine weiche Seite. Er kann nämlich zwei Riedern die Hand reichen. Nicht, weil er nett sein will, sondern weil er es muss. Torhüter Andreas Leitner und Sportchef Wolfgang Fiala verhinderten eine Eskalation, die Österreichs Fußball nachhaltig geschädigt hätte. Wären die vermummten Ried-Hooligans bis zu Kühbauer gestürmt, wäre Schlimmeres passiert. Dass der Ordnerdienst kapital versagt hat, ist das eine. Mut und Ratio der beiden, die alles verhindert haben, ist das andere.
Kühbauer braucht das – und spielt mit dem Extrem der Emotionen. Er ist wie ein Kind, das ständig Aufmerksamkeit will. Nur dass er 54 Jahre alt ist und dafür sorgt, dass die Menschen den Kopf schütteln. Aber hey, wer braucht schon Ruhe und Anstand, wenn man auch für seine Eskapaden berühmt sein kann?