Es ist vollbracht. Vier Jugendliche aus dem Bezirk Baden haben nicht nur den Fremdsprachenwettbewerb gewonnen, sondern auch die Sprachbarriere des Landes durchbrochen. Das passiert nicht alle Tage. Tatsächlich ist es das erste Mal seit der Erfindung der schriftlichen Befragung, dass vier Menschen aus Niederösterreich in einer einzigen Runde mehr als nur eine Sprache beherrschen.
Die Jury zeigte sich tief beeindruckt: "Die Kandidaten haben bewiesen, dass man auch in NÖ mehr kann als nur grün-weiß-rot zu winken", so der Vorsitzende, ein erfahrener Fremdsprachenlehrer aus St. Pölten. "Dabei haben wir nur ganz normale Jugendliche getestet - also ohne den üblichen Wiener Dialekt-Vorteil."
Die Sieger selbst geben sich bescheiden. "Wir wollten nur ein bisschen die Langeweile vertreiben", sagt einer der vier mehrsprachigen Talente. "Aber dann hat es Klick gemacht." Seine Mitschüler nicken zustimmend. "Manchmal denkt man ja, wir leben ja irgendwie im Ausland. Da ist es gut, wenn man sich verständigen kann."
Die regionale Wirtschaft jubelt bereits. "Endlich können wir auch mal was auf Englisch bestellen, ohne dass es schief geht", freut sich ein Lokalbesitzer aus Baden. "Und die Kellnerin kann sich dann auch mal beschweren, ohne dass wir's verstehen."
Die Politik zeigt sich zuversichtlich. "Das ist ein großer Schritt für NÖ", so ein Sprecher des Bildungsressorts. "Bald können wir vielleicht sogar internationale Verträge auf Deutsch abschließen. Ohne Dolmetscher."
Auch die Kultur freut sich auf die neuen Möglichkeiten. "Wir überlegen gerade, ein mehrsprachiges Theater zu gründen", sagt ein Regisseur aus Wiener Neustadt. "Aber erst müssen wir noch rausfinden, ob man auf Deutsch auch Theater spielen kann."
Die vier Sieger planen indes ihre Zukunft. "Wir wollen unbedingt studieren", sagt einer von ihnen. "Aber nicht in NÖ. Da kennt man uns ja schon." Seine Freunde nicken eifrig. "Wir gehen da hin, wo noch keiner unsere Sprachen kennt. Also nach Deutschland."