Wien. Die Stadt Wien hat ein neues Problem: Zu viele Reiche wohnen im geförderten Wohnbau. Das geht aus einem Bericht der OECD hervor, die sich seit Jahren damit beschäftigt, wie man den Wohlstand in Österreich noch gerechter verteilen kann.
Die Situation ist ernst: In den sozialen Wohnanlagen stehen Mercedes und Porsche nebeneinander. An den Fenstern hängen Gardinen, die mehr kosten als ein gebrauchtes Auto. In den Kellern lagern Weine, die älter sind als der Wohnbau selbst. Die Bewohner klagen über den Lärm der Privatjets, die am Wochenende landen.
Die Stadt hat reagiert. Seit gestern müssen alle Bewohner von geförderten Wohnungen einen neuen Mietvertrag unterschreiben. Darin verpflichten sich Superreiche, sich ihre Wohnung von Sozialhilfeempfängern zu mieten. Die Miete beträgt das Dreifache des bisherigen Betrages und wird direkt in die Kaffeekasse des Mieters überwiesen.
"Das ist ein revolutionärer Schritt", sagt Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál. "Wir haben endlich das richtige Modell gefunden: Die Reichen zahlen, die Armen wohnen. Und alle sind glücklich."
Der Widerstand der Betroffenen ist erstaunlich gering. "Ich muss ja nicht mehr arbeiten", sagt ein Investmentbanker, der bisher eine 120-Quadratmeter-Wohnung für 400 Euro gemietet hat. "Die 1200 Euro, die ich jetzt zahle, kriege ich eh vom Steuerzahler zurück. Und die Wohnung ist ja viel gemütlicher, seit ich den alten Herrn Muster als Untermieter habe."
Der alte Herr Muster ist begeistert. "Früher habe ich mir Sorgen um meine Rente gemacht", sagt er. "Jetzt kriege ich jeden Monat 800 Euro von meinem reichen Nachbarn. Das reicht für Kaffee und Kuchen bis ans Ende meiner Tage."
Die OECD sieht das Modell als zukunftsweisend an. "Wenn wir den Wohlstand nur genug verwirren, kommt er am Ende doch dort an, wo er hingehört", sagt ein Sprecher. "Wir nennen das die Theorie der sozialen Osmose."
Kritiker monieren, das System sei nur eine weitere Form der Umverteilung von unten nach oben. Sie fordern, die Reichen sollten ihre Wohnungen räumen und in Villen ziehen. Die Stadt hält dagegen: "Wo sollen die Armen dann wohnen? In den Parks? Das ist doch kein Zustand für ein modernes Land."
Die nächste Stufe der Reform ist schon in Planung: Reiche müssen sich bald auch ihre Jobs von Arbeitslosen mieten. Die Bezahlung erfolgt dann direkt an die Arbeitslosenkasse. "Das ist die logische Konsequenz", sagt Gaál. "Wenn wir das weiterdenken, können wir das ganze Land an die Arbeitslosen vermieten. Und dann brauchen wir keine Steuern mehr zu zahlen."
Die OECD hat bereits Interesse angemeldet, das österreichische Modell in anderen Ländern einzuführen. "Wir nennen es das Wiener Wunder", sagt der Sprecher. "Geld fließt, aber keiner weiß wohin. Und alle sind glücklich."