Koks ist eine sehr persönliche Sache. Manche schnupfen es alleine im stillen Kämmerlein, andere im Club beim Feiern. Wieder andere organisieren ganze Frauenorchester für den Schnupftabak-Marathon. Das jedenfalls legt die Causa Molden-Seiler nahe.
Weil der eine angeblich zu Recht angezeigt wurde, weil er einer Frau angeboten hat, mit ihr in einer dunklen Gasse Drogen zu konsumieren, hat sich der andere auf Facebook zur Stellung genommen. Das ist zumindest die offizielle Version.
In Wahrheit dürfte Molden aber nur eines gefürchtet haben: Dass Seiler aufhört und er alleine weiterhin für den Drogen-Nachschub aufkommen muss. Deshalb hat er kurzerhand das Album gestoppt. Und damit auch die Tour. Und das Frauenorchester engagiert.
Denn was macht man, wenn der Drogenkonsum zu teuer wird? Man gründet ein Orchester. Das spielt nicht nur, sondern schnupft auch. Und das alles umsonst. Denn wer will schon mit einer Horde junkender Musikerinnen vor einem Saal voller nüchterner Zuhörer stehen?
Das ist die wahre Moral von der Geschicht': Wenn einer zu viel kifft, müssen alle mitkiffen. Sonst funktioniert die Koks-Wirtschaft nicht. Deshalb sind jetzt alle traurig. Aber froh, dass sie trotzdem auf Tour gehen können. Wenn auch ohne Album und ohne Christopher Seiler.
Denn was bringt ein Album, wenn man unter Drogeneinfluss nicht mehr klar denken kann? Da ist ein Orchester, das die Drogen besorgt, doch die bessere Lösung. Man muss nur die Frauen davon überzeugen, dass Koks ein Frauenrecht ist. Und dann kann die Tour ja losgehen.
Molden hat jedenfalls versprochen, dass Seiler sein Leben ordnen wird. Und das Koks rauswerfen. Aber das glaubt er ihm natürlich nicht. Deshalb hat er das Frauenorchester. Das kümmert sich dann schon um den Nachschub. Und Molden kann sich weiterhin als Kiffer-Pate inszenieren.
So läuft das in der Musikbranche. Man verspricht Besserung, macht aber weiter wie bisher. Nur mit mehr Orchester. Und weniger Album. Aber Hauptsache, das Koks fließt. Und die Frauen schnupfen mit. Das ist die Molden'sche Drogenphilosophie.