Das Schreckensszenario ist wahr geworden: Österreichs Skiverband, jener Hort der Harmonie und Fröhlichkeit, hat mit Roland Assinger einen seiner wichtigsten Manager verloren. Oder wie es ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher in geradezu poetischen Worten formulierte: "Es bleiben Narben zurück." Eine Feststellung, die in jedem anderen Berufsfeld wohl als ungewöhnlich sanftmütig durchgehen würde, bei den Skibossen jedoch als Gipfel der Empathie gilt.
Doch statt nun in kollektives Trauern zu verfallen, rollt der Verband bereits die Ärmel hoch und macht sich an die nächste Runde seiner berühmten "österreichischen Lösung". Was genau darunter zu verstehen ist? Ganz einfach: Man sucht händeringend jemanden, der bereit ist, den Job zu übernehmen, ohne allzu viel über die Arbeitsbedingungen nachzudenken. Insider berichten, dass die Anforderungen inzwischen so hochgeschraubt wurden, dass man wohl schon fast ein eigenes Wunder braucht, um den Posten auszufüllen.
Die Gerüchteküche brodelt: Angeblich sollen die neuen Bewerber in einem speziellen Assessment-Center getestet werden, in dem es nicht nur um sportliche Expertise, sondern auch um psychologische Belastbarkeit geht. So heißt es, dass Kandidaten in einer simulierten Krisensituation innerhalb von fünf Minuten eine Medienkonferenz halten müssen, während im Hintergrund ein Team von Trainern unkontrolliert in Tränen ausbricht. Wer dabei die Nerven behält und noch dazu eine plausible Erklärung für fehlende Medaillen findet, hat gute Karten.
Selbstverständlich wird der ÖSV auch weiterhin Wert auf Tradition legen. So wird der neue Damen-Chef verpflichtet, bei jeder Siegerehrung mindestens drei Mal "Glück auf!" zu rufen, selbst wenn es sich um einen Slalom in Kitzbühel handelt. Zudem soll er eine eigene Jodel-CD besitzen und zumindest rudimentäre Kenntnisse in Almhütten-Architektur vorweisen können.
Inoffiziell wird bereits darüber spekuliert, ob der Verband nicht besser daran täte, den Posten gleich ganz abzuschaffen und durch einen Algorithmus zu ersetzen. Dieser könnte dann autonom Medaillenziele festlegen, Pressekonferenzen halten und bei Nichterreichen der Ziele selbst die Schuld auf sich nehmen. Einziger Haken: Der Algorithmus müsste natürlich österreichisch programmiert sein, was die Suche nach geeigneten IT-Spezialisten mit ausgeprägtem Skisportverständnis und tief verwurzelter Bergliebe erneut zur Herausforderung machen würde.
Doch der ÖSV gibt sich zuversichtlich. "Wir werden auch diese Narbe überwinden", verkündete Stecher mit dem gewohnten Mix aus Optimismus und Understatement. Und sollte sich tatsächlich niemand finden, der bereit ist, den Job zu übernehmen? Kein Problem! Dann wird eben ein Praktikant ran geschickt, der zumindest bis zum Saisonende durchhält. Im schlimmsten Fall bleibt ja immer noch die Möglichkeit, die Damen kurzerhand in die Herren-Abteilung zu integrieren. Ob das dann funktioniere? Narben hin oder her – Hauptsache, es gibt eine Lösung. Und wenn nicht, wird eben improvisiert. So ist das im Skiverband.