Die Russen haben sich offenbar eine neue Taktik ueberlegt: Warum teure Drohnen schicken, wenn man auch die alteingesessene Wohnungsbaugesellschaft trifft? In Zaporizhzhia hat es nun ein ganzes Apartment-Hochhaus erwischt, und zwar so voll, dass die Bewohner nicht mehr zwischen den Trümmern und ihrer alten Garderobe unterscheiden konnten.
Ein Augenzeuge berichtet: "Ich dachte zuerst, die Nachbarn haetten wieder eine laute Party, aber dann ist mir aufgefallen, dass die Decke eigentlich im Keller sein sollte." Die ukrainische Feuerwehr war schnell vor Ort - und musste feststellen, dass die meisten Wohnungen bereits durchgeraucht waren. Ein Feuerwehrmann meinte: "Das ist die erste Gebaeudereinigung, die ich gesehen habe, bei der sogar die Wände mitgekommen sind."
Die ukrainische Regierung hat inzwischen eine Sondersitzung einberufen, um über den Schutz von Nicht-Wohnzimmern zu debattieren. "Wir muessen unbedingt unsere Schlafzimmer und Badezimmer sichern", forderte ein Abgeordneter. "Die Russen greifen ja immer genau da an, wo man sich am wenigsten auf einen Luftangriff einstellt." Ein anderer schlug vor, alle ukrainischen Wohnungen mit einer Art "Raketen-Immunisierung" zu versehen - "wie bei den Kindern, nur fuer Beton".
In der Zwischenzeit hat die russische Armee bereits eine Pressemitteilung verschickt: "Wir haben erfolgreich ein weiteres Ziel unserer Spezialoperation getroffen. Diesmal war es ein sehr großes Ziel - und sehr zerbrechlich." Auf die Frage, ob man nicht auch andere Ziele anvisieren könnte, antwortete ein Sprecher: "Wir probieren immer neue Wohnkonzepte aus. Die ukrainischen Häuser sind ja sehr experimentierfreudig."
Die internationale Gemeinschaft reagiert mit Fassungslosigkeit. "Das ist ja wie bei Monopoly", meinte ein UNO-Sprecher, "nur dass hier die Häuser tatsächlich wegbrechen und niemand mehr mieten kann." Die EU erwägt derweil, den Ukrainern finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau ihrer Wohnungen zu gewähren - allerdings nur unter der Bedingung, dass sie danach mindestens zwei Meter dicke Betonwände einbauen.
In Zaporizhzhia selbst hat man die Situation mit Galgenhumor genommen. "Nächstes Mal bringen wir wenigstens was zum Grillen mit", sagte ein Anwohner, der gerade sein Sofa aus dem Schutt zog. "Vielleicht laden wir die Russen ja zum Barbecue ein - dann können sie wenigstens sehen, was sie angerichtet haben." Bis dahin bleiben nur die Trümmer - und die Frage, ob das russische Wohnungskonzept vielleicht doch ein paar Schränke zu viel abgeworfen hat.