Es war ein harmloser Satz, der die Republik ins Wanken brachte. "Der Kunde braucht nur noch die Farbe zu wählen", sagte Lars Pauly, Chef eines Autokonzerns, bei der Vorstellung eines neuen SUV-Modells. Doch was er nicht ahnte: In diesen neun Worten steckte die tickende Zeitbombe für unser gesamtes Wertesystem.
Am Tag nach der Pressekonferenz brach das Chaos aus. In ganz Österreich saßen plötzlich Menschen ratlos vor ihren Garagen und starrten auf ihre Autos. "Wenn ich nur noch die Farbe wählen muss, wozu soll ich dann noch Auto fahren?", fragte eine verzweifelte Pensionistin aus Linz. "Das ist ja wie ein Fahrsimulator ohne Pedale."
Die Politik reagierte geschockt. Bundeskanzler Karl Nehammer berief eine Sondersitzung des Nationalrats ein, um über das Farbauswahl-Drama zu debattieren. "Wenn wir nicht sofort handeln, verlieren wir die Kontrolle über unser Land", warnte er mit zittriger Stimme. Die Opposition forderte prompt ein Farbauswahl-Moratorium und schlug vor, künftig wieder zwischen drei verschiedenen Getriebeölen wählen zu lassen.
Unterdessen breitete sich die Krise epidemisch aus. In Wiener Kaffeehäusern diskutierten Gäste nicht mehr über Politik oder Wetter, sondern nur noch über die existenzielle Frage: "Welche Farbe drückt eigentlich meine Persönlichkeit am besten aus?" Die traditionellen Rot- und Blautöne verloren dramatisch an Bedeutung, während Pastellfarben einen regelrechten Hype erlebten.
Auch die Wirtschaft spürt die Folgen. Die heimische Autoindustrie meldete einen Einbruch der Produktionszahlen um 87 Prozent. "Wenn der Kunde nur noch die Farbe wählen muss, brauchen wir keine Ingenieure mehr, sondern nur noch Lackierer", klagte ein Betriebsrat. In Kärnten überlegte man ernsthaft, die Werke zu Automaten-Farbstationen umzufunktionieren.
Die Kirchen sprangen auf den fahrenden Zug auf. Der Wiener Erzbischof kündigte eine neue Messe an: "Gottesdienst in Ihrer Lieblingsfarbe". Selbst die Polizei war gezwungen zu handeln. Sie richtete eine Hotline für Farbnotfälle ein und schulte ihre Beamten im Umgang mit emotionalen Farbkrisen.
Experten warnen vor dramatischen Langzeitfolgen. "Wenn der Kunde nur noch die Farbe wählen muss, verlieren wir den letzten Rest an Entscheidungsfähigkeit", erklärte der Verhaltenspsychologe Dr. Helmut Lackmeier. "Bald können wir uns nicht mehr zwischen Toastbrot und Semmel entscheiden, ohne einen Nervenzusammenbruch zu erleiden."
Die Krise erreichte ihren Höhepunkt, als ein Farbpsychologe öffentlich erklärte: "Grün wirkt beruhigend, aber Braun strahlt Bodenständigkeit aus." Daraufhin stürmten tausende Österreicher die Autohäuser, um sich die Farben auf die Haut sprühen zu lassen. Die Polizei musste einschreiten, weil sich rivalisierende Grüne und Braune auf offener Straße prügelten.
In dieser dramatischen Situation meldete sich schließlich der Bundespräsident zu Wort. "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger", sagte er in einer emotionalen Fernsehansprache, "wir müssen lernen, wieder mehr Entscheidungen zu treffen. Fangen wir damit an, dass jeder von uns morgen früh selbst entscheidet, ob er die Haustür links oder rechts aufmacht."
Die Wirkung war verblüffend. In ganz Österreich öffneten Menschen wieder bewusst Türen, schalteten das Licht an und aus und wählten sogar mal ein anderes Frühstücksmüsli. Die Farbkriese schien überwunden. Doch die Automanager schlafen weiter schlecht. Sie wissen: Wenn der nächste SUV nur noch mit einer Farbe kommt, könnte die Republik erneut kollabieren.