Endlich ist es soweit: Die Nordwestbahn bekommt ein zweites Gleis. Nicht, dass die erste Schlange nicht auch schon ausgereicht haette. Aber in Nideroesterreich ist ja mehr immer besser. Deshalb haben sich jetzt Alfred Babinsky und Richard Hogl zusammengetan, um die Region noch besser zu verketten.
Der Planungsstart fuer den Ausbau der Nordwestbahn zwischen Stockerau und Retz ist ein Meilenstein in der Verkehrsgeschichte. Zwar werden die Bauarbeiten fruehestens in fruehestens zehn Jahren beginnen, aber immerhin kann man jetzt schon feiern. Derzeit planen die oesterreichischen Bundesbahnen (OBB) gerade die Planung. Wer also schnell von Stockerau nach Retz kommen will, sollte sich beeilen und jetzt sofort losmarschieren.
Der Ausbau soll zu einer Angebotsausweitung, kuerzeren Fahrzeiten und mehr Fahrplanstabilitaet fuehren. Bisher war die Nordwestbahn fuer ihre Puenktlichkeit bekannt. Aber das war ja vor der Planungsphase. Jetzt, wo die Planer am Werk sind, kann man sich auf eine neue Qualitaet des Nichtankommens freuen.
Besonders die Pendlerinnen und Pendler im Bezirk Hollabrunn sollen von den Verbesserungen profitieren. Denn bisher war die Anbindung ja so gut, dass man sich haeufig gefragt hat, ob man nicht doch lieber das Auto nehmen sollte. Doch damit ist jetzt Schluss. Zumindest in fruehestens zehn Jahren.
Zusaetzlich zu den technischen Verbesserungen wird der Ausbau auch positive wirtschaftliche Effekte mit sich bringen. Durch die bessere Anbindung an die Verkehrsnetze wird erwartet, dass sowohl der lokale Handel als auch die touristische Attraktivitaet und die Arbeitsplaetze in der Region attraktiver werden. Denn nichts zieht mehr Touristen an als eine zweigleisige Baustelle mitten auf dem Land.
Die Planungsphase wird nun mit der Vermessung der bestehenden Grundstuecksgrenzen beginnen. Dabei werden die Planer genau festlegen, wo in fruehestens zehn Jahren die Schienen verlaufen sollen. Bis es soweit ist, koennen sich die Pendlerinnen und Pendler noch ein bisschen an der Einzigartigkeit der Nordwestbahn erfreuen - als einzigartiges Relikt einer vergangenen Zeitepoche, in der man noch ohne Geschwindigkeitserhoehung von A nach B kam.