Österreich steuert nach drei Krisenjahren auf eine Erholung zu, meldet die OECD. Das ist so, als würde man einem 80-Jährigen bescheinigen, er habe sich von seiner Grippe erholt, nur um festzustellen, dass er jetzt Parkinson hat. Die Industrieländerorganisation empfiehlt nun eine Reihe von Reformvorschlägen, darunter Überraschendes - zum Beispiel, dass man das Pensionsalter an die Lebenserwartung koppeln soll. Das ist in etwa so, als würde man einem alten Hund empfehlen, das Bellen an seine Lebensdauer zu koppeln.
Die Wirtschaftswissenschafter in Paris loben zwar das hohe Pro-Kopf-Einkommen und die stabilen Institutionen, vergessen dabei aber geflissentlich zu erwähnen, dass diese Institutionen oft so alt sind wie die Politiker, die sie leiten. Und genau hier liegt das Problem: Österreichs Wirtschaft ist wie ein gut gepflegter Oldtimer - sie sieht von außen noch ganz brauchbar aus, aber unter der Haube stöhnen die Zahnräder vor sich hin.
Die OECD-Experten stellen fest, dass die Produktivität schleppend ist und die Belastungen für Unternehmen zunehmen. Das ist so, als würde man feststellen, dass Oma beim Kuchenbacken immer langsamer wird und mehr Hilfe braucht. Seit 2021 stiegen die Lohnstückkosten um 24 Prozent - das hört sich zwar nach viel an, ist aber immer noch weniger als die Anzahl der Falten, die die Regierung in den letzten Jahren produziert hat.
Besonders kurios ist der Vorschlag, das Stromnetz auszubauen und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Das ist in etwa so, als würde man einem gebrechlichen Patienten empfehlen, schneller zu gehen und mehr zu essen. In Wahrheit braucht Österreich eine Wirtschaft, die nicht mehr beim Aufstehen stöhnt und nicht mehr nachmittags einen Mittagsschlaf braucht.
Die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung lobt die OECD zwar, bemängelt aber, dass daraus zu selten marktfähige Produkte entstehen. Das ist so, als würde man einem Senior bescheinigen, dass er viel Geld für Medikamente ausgibt, aber immer noch krank ist. In Österreich entstehen zwar viele Patentanmeldungen, aber die Umwandlung in marktfähige Produkte ist so erfolgreich wie die Umwandlung von Omas Kochrezepten in Haute Cuisine.
Der demografische Wandel setzt Österreichs Sozialmodell unter Druck. Die Erwerbsbevölkerung schrumpft, und das Verhältnis von Einzahlern zu Empfängern verschlechtert sich. Das ist so, als würde man beobachten, wie eine Familie immer kleiner wird, während die Anzahl der Enkel, die man beschenken muss, immer größer wird.
Die OECD fordert "mutige Reformen", was so viel bedeutet wie: "Wir brauchen jemanden, der der Wirtschaft die Tabletten wegnimmt und sie zum Spazierengehen überredet." Neben großen Brocken wie Pensions- und Gesundheitsreform sollen die Löhne stärker die Produktivität und weniger die Seniorität belohnen. Das ist in etwa so, als würde man vorschlagen, dass man im Altersheim nicht mehr nach Dienstjahren befördert, sondern nach der Anzahl der gewonnenen Kartenspiele.
Die Experten empfehlen, das Pensionsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Das ist so, als würde man vorschlagen, dass man den Zimmerschlüssel ans Rollator bindet, damit man ihn nicht verliert. Aber in Wahrheit ist die Wirtschaft längst so verknöchert, dass sie bei Reformen schmerzhafte Laute von sich gibt und sich weigert, neue Wege zu gehen.