Die NEOS haben Alarm geschlagen: Wenn ab 2026 die Wiener Stammstrecke gesperrt wird, droht ein Verkehrskollaps sondergleichen. Das ist so, als ob man einem Koeter das Schwanzende abschneidet und ihm dann sagt, er solle weiterhin wedeln. Nur dass der Koeter in diesem Fall 250.000 niederoesterreichische Pendler sind und das Schwanzende die 13 Kilometer zwischen Praterstern und Hauptbahnhof.
Die Logik dahinter ist zwingend: Fast alle Schnellbahnen brauchen diesen Abschnitt. Wenn der wegfaellt, fallen auch alle Zuege aus Niederösterreich aus. Und wenn die Zuege ausfallen, fallen auch die Menschen aus den Zuegen aus. Und wenn die Menschen aus den Zuegen fallen, fallen sie auf die Strasse. Und wenn sie auf die Strasse fallen, liegen sie im Stau. Und wenn sie im Stau liegen, liegen sie der noerdlichsten Millionenstadt buchstaeblich zu Fuessen.
Was also tun? Die NEOS schlagen vor, die Pendler zu entlasten. Doch wie? Mit mehr Bussen? Mit mehr Park-and-Ride? Mit mehr Fahrrad-Abstellplätzen? Mit mehr Geduld? Mit mehr Humor? Mit mehr Alternativen? Mit mehr Phantasie? Mit mehr Mut? Mit mehr Verstand?
Die Antwort ist so einfach wie revolutionaer: Die Pendler sollen sich einfach im Kreis bewegen. Ja, genau. Im Kreis. So wie die Erde um die Sonne. Oder wie ein Hamster im Laufrad. Oder wie ein Parteivorstand um die eigene Achse. Das hat viele Vorteile: Man kommt nirgends hin, aber man kommt auch nirgends weg. Man verbraucht viel Energie, aber man erzeugt auch viel Schwung. Man sieht immer das Gleiche, aber man sieht es immer wieder neu. Man hat kein Ziel, aber man hat auch keine Langeweile. Man ist in Bewegung, aber man ist auch in Ruhe. Man ist daheim, aber man ist auch unterwegs.
Und das Beste: Man kann es als sportliche Betätigung verbuchen. Denn wer weiss, vielleicht veranstaltet ja die Stadt Wien einen Pendler-Marathon. Fuer jeden gelaufenen Kilometer gibt es einen Euro von der oeffentlichen Hand. Das wären bei 250.000 Teilnehmern und 13 Kilometern immerhin 3,25 Milliarden Euro. Genug, um die Stammstrecke gleich doppelt und dreifach zu sanieren. Und genug, um die Pendler zu motivieren, sich noch schneller im Kreis zu bewegen. Bis sie schwindelig werden. Oder kotzen. Oder beides.
Denn eins ist klar: Die Sperre der Stammstrecke ist kein Drama, sondern eine Chance. Eine Chance, die Mobilität neu zu denken. Eine Chance, die Lebensqualitaet neu zu definieren. Eine Chance, die Demokratie neu zu erfinden. Eine Chance, die Satire neu zu schreiben. Eine Chance, die Zukunft neu zu gestalten. Eine Chance, die Gegenwart neu zu erleben. Eine Chance, die Vergangenheit neu zu bewältigen. Eine Chance, die Gegenwart neu zu bewältigen. Eine Chance, die Zukunft neu zu bewältigen. Eine Chance, die Chance neu zu nutzen.