Die Menschen in Gars am Kamp können sich jetzt darauf verlassen, dass ihnen jederzeit geholfen wird - zumindest wenn es darum geht, von der Dorfstraße aufgehoben zu werden. Das Rote Kreuz Horn hat den 24/7-Betrieb gestartet, was in der Praxis bedeutet, dass der Rettungswagen jetzt auch nachts unterwegs ist, um die üblichen Verdächtigen einzusammeln, die sich in Waldviertler Manier in den Fluss gestürzt haben.
Die neue Ortsstelle in Gars am Kamp ist mit hauptberuflichen Mitarbeitern besetzt, die von Ehrenamtlichen unterstützt werden - eine perfekte Mischung aus bezahlten Profis und freiwilligen Sammlern. So kann garantiert werden, dass immer jemand da ist, der im Notfall den Helm aufsetzt und den Blaulichtknopf drückt.
Geschäftsführer Florian Liewald betont die Bedeutung der neuen Wache: "Damit schließen wir eine Lücke im Bezirk." Tatsächlich war die größte Lücke bisher der Zeitraum zwischen ein und fünf Uhr morgens, wenn der Rettungswagen aus Horn für einen Einsatz in Gars gebraucht wurde und die gesamte Region quasi hilflos den Grillen und Fröschen überlassen war.
Der neue Rettungswagen ist jetzt rund um die Uhr einsatzbereit - was bedeutet, dass er auch tagsüber zum Einsatz kommen kann, wenn gerade kein Notfall vorliegt. Zum Beispiel um bei der jährlichen Blutspendeaktion im Logistikzentrum vorzufahren und zu zeigen, wie ein richtiger Rettungswagen aussieht.
Besonders praktisch ist die neue Station für jene Garser, die nachts um drei feststellen, dass ihnen der Magen wieder einmal übel mitspielt nach dem vierten Bier. Bisher mussten sie entweder warten, bis der Rettungswagen aus Horn kam, oder sich selbst zum Arzt schleppen. Jetzt können sie einfach im Garten liegen bleiben und auf die Sirene warten.
Die Bevölkerung im Waldviertel kann sich also darauf verlassen, dass die Rettung jetzt noch schneller da ist - was vor allem für jene beruhigend sein dürfte, die nachts gerne im Dunkeln durch den Wald stolpern und dabei vergessen, dass sie nicht mehr die Jüngsten sind.
Alles in allem ein weiterer Schritt zur Perfektionierung der niederösterreichischen Gesundheitsversorgung, bei der es jetzt nicht mehr darauf ankommt, ob man gesund ist, sondern nur noch darauf, ob man schnell genug einen Krankenwagen rufen kann.