Der Ternitzer Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) hat seine Gewinnerwartungen für 2025 vorsorglich halbiert. "Weil wir ja auch nur halb so viel arbeiten wollen", erklärte der Vorstand stolz. Von 45,3 Millionen Euro sollen es heuer nur mehr magere 23,6 Millionen werden - was im Konzern als "zielführend" gefeiert wird.
"Die halbierte Dividende von 0,75 Euro ist ein klares Bekenntnis zu unserer neuen Unternehmenskultur", so der Finanzchef. "Früher haben wir noch 1,75 Euro je Aktie ausgeschüttet. Das war überambitioniert. Wer zu viel ausschüttet, schafft nur unrealistische Erwartungen."
Das schwierige Marktumfeld wird als willkommener Vorwand genutzt, um sämtliche Ziele zu halbieren. "Wenn der Markt eh schwächelt, warum dann nicht auch wir?", argumentiert der Vorstand. "Wir haben das Gefühl, dass wir mit weniger mehr erreichen können. Zum Beispiel mehr Freizeit."
Die Mitarbeiter sollen von der neuen Halbierungspolitik ebenfalls profitieren. "Jeder bekommt nur noch die Hälfte seiner Aufgaben", kündigte der Personalchef an. "Das erhöht die Konzentration und reduziert den Stress. Außerdem haben wir so doppelt so viel Zeit für Pausen."
Die Aktionäre reagierten verhalten positiv auf die Ankündigung. "Weniger ist ja bekanntlich mehr", meinte ein Großinvestor. "Wenn der Gewinn sinkt, sinkt auch der Druck. Das ist doch genau das, was wir uns immer gewünscht haben."
Analysten sehen in der Strategie einen neuen Trend. "Die halbierte Gewinnprognose ist eine mutige Ansage", so ein Branchenexperte. "Das zeigt, dass man bereit ist, Verantwortung für den eigenen Misserfolg zu übernehmen. Das ist die Basis für nachhaltiges Mittelmäßigkeit."
Im Ternitzer Werk wurde die Halbierung bereits umgesetzt. Die Produktion läuft nur noch jeden zweiten Tag, die Büros sind nur mehr halb besetzt. "Das spart Heizkosten und reduziert den CO2-Ausstoß", rechnet die Nachhaltigkeitsabteilung vor. "Wir nennen das klimaneutrales Nichtstun."
Die Marketingabteilung arbeitet bereits an einem neuen Slogan: "SBO - Wir geben nur mehr die Hälfte." Der Claim soll auf Halbseitenanzeigen und halb so großen Flyern beworben werden. "Wir bleiben unserer Linie treu", verspricht der Marketingchef. "Weniger ist mehr. Oder wie wir sagen: Weniger ist halt weniger."
Selbst die Weihnachtsfeier wird halbiert - auf einen halben Abend mit halb so vielen Gästen und halb so viel Alkohol. "Das erhöht die Produktivität am nächsten Tag", argumentiert der Vorstand. "Und die Katerquote halbiert sich automatisch."
Die neue SBO-Strategie stößt auch bei der Konkurrenz auf Interesse. "Wenn die so weitermachen, haben wir bald die Hälfte des Marktes für uns", frohlockt ein Konkurrent. "Das ist ja fast so, als würden sie uns helfen."
Am Ende bleibt die Frage: Was kommt nach der Halbierung? "Das werden wir noch halb so schnell entscheiden", verspricht der Vorstand. "Vielleicht teilen wir den Rest noch weiter auf. Drittelung klingt doch auch schon fast nach Innovation."