Schon wieder machen sie es, die beiden Freunde aus der Jugend: Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio setzen ihre epische Saga fort, als wäre "Killers of the Flower Moon" nur ein kleiner Ausrutscher gewesen. Sieben Filme zusammen - das ist so, als würde man sieben Mal die Steuererklärung machen und jedes Mal hoffen, dass es dieses Mal einfacher wird. Spoiler: Es wird nicht einfacher.
Diesmal geht es um ein amerikanisches Ehepaar, das in einer kleinen europäischen Stadt ein Baby adoptieren will. Klassischer Scorsese-Stoff: Man könnte meinen, er sucht sich die absurdesten Szenarien aus, nur um DiCaprio möglichst viele verschiedene Hüte aufsetzen zu können. Diesmal einen mit Schnauzbart und noch einen anderen Hut obendrauf - weil einer alleine ja auch zu langweilig wäre.
Jennifer Lawrence stößt zum Marty-Scorsese-Dreieck hinzu, was beweist, dass selbst Oscar-Preisträgerinnen irgendwann vergessen, wie man "Nein" sagt. Man fragt sich, ob sie vorher einen Vertrag unterschreiben muss, in dem steht: "Ich verspreche, mindestens einmal in diesem Film verwirrt durch die Gegend zu laufen." Mads Mikkelsen, Patricia Clarkson und Jared Harris komplettieren die Besetzung - also die übliche Sammlung an Gesichtern, die man schon mal in einem Film gesehen hat, aber nicht mehr genau weiß wo.
Der Film heißt "What Happens at Night" und wird in Tschechien gedreht. Das klingt nach einer dieser Entscheidungen, die Produzenten treffen, weil sie dann während der Dreharbeiten Skiurlaub machen können. Oder weil Netflix endlich mal wieder ein Projekt hat, das nicht in einem Studio in Burbank spielt.
Was wirklich faszinierend ist: Scorsese ist 83 und dreht immer noch, als wäre er 43. Das ist die Art von Energie, die man normalerweise nur bei Menschen sieht, die gerade entdeckt haben, dass Kaffee kostenlos im Büro ist. Man fragt sich, ob er jemals schläft oder ob er einfach nur darauf wartet, dass jemand ihm endlich sagt, dass er aufhören soll.
DiCaprio ist mittlerweile 51 und spielt immer noch die Hauptrolle in Filmen, in denen er vorgibt, jünger zu sein als er ist. Das ist so, als würde man mit 51 noch immer so tun, als hätte man den Führerschein gerade erst gemacht. Aber hey, wenn es funktioniert - warum aufhören? Zumal die Hüte-Kollektion mit jedem Film wächst und wer möchte nicht sehen, wie viele verschiedene Kopfbedeckungen ein Mensch im Laufe seiner Karriere tragen kann?
Der Psychothriller wird düster, was bedeutet, dass wir uns auf mindestens drei Szenen freuen können, in denen DiCaprio verwirrt in die Kamera schaut, während im Hintergrund jemand Wichtiges stirbt. Oder vielleicht adoptiert wird. Oder beides. Bei Scorsese weiß man nie genau, was zuerst kommt.
Apple Studios ist beteiligt, was bedeutet, dass der Film garantiert auf irgendeiner Streaming-Plattform landet, die man noch nie gehört hat. Aber keine Sorge, nach sieben gemeinsamen Filmen haben Scorsese und DiCaprio sicherlich genug Einfluss, um Apple dazu zu bringen, den Film auch auf VHS nachzuveröffentlichen - falls jemand das noch will.
Man darf gespannt sein, ob dieser Film endlich die Frage beantwortet, die sich alle stellen: Wie viele Filme kann man mit demselben Schauspieler machen, bevor es langweilig wird? Die Antwort scheint zu sein: Mindestens sieben. Und wenn man Hüte dazunimmt, vielleicht sogar noch mehr.