Die Seeleute der US-Flotte saßen vor dem Bildschirm und schwitzten in ihren Uniformen. Nicht wegen der Hitze, sondern wegen der Hitze im Chatverlauf mit dem Pentagon. Die Männer und Frauen auf den Schiffen hatten eine bittere Erkenntnis: Sie waren zu nah an den Küsten des Iran, um noch zur Flotte zu gehören, aber zu weit weg, um am Strand Urlaub zu machen. Die US-Marine nannte es "strategische Abwarteposition", aber die Seeleute selbst nennen es "Karriere-Selfie-Station".
Die Lage spitzte sich zu, als der Stabschef in einer Pressekonferenz betonte, dass die USA keinesfalls Bodentruppen einsetzen würden. Stattdessen kündigte er eine neue Spezialeinheit an: "Operation Hashtag-Scharfschütze". Die Männer und Frauen auf den Schiffen seien "bereits am virtuellen Frontabschnitt aktiv", so der Stabschef, und das nicht nur durch strategische Tweets. Es gebe eine neue Aufgabenverteilung: die einen drucken Memes auf Wasserbasis-Tinte, die anderen feuern Emojis mit maximaler Emotik ab.
Die Besatzung war begeistert - zumindest diejenigen, die noch wach waren. Die meisten hatten mittlerweile ihre Zeit mit dem Bearbeiten von Fotos verbracht, auf denen sie stolz auf dem Deck posierten und auf dem Schild "Kein Bodentrupp, nur Geist" stand. "Das ist wie in den 90ern, nur ohne den Puls", sagte ein Funker, der die ganze Zeit damit beschäftigt war, die Server mit Petitionen gegen "die Ungerechtigkeit der Tastatur" zu überlasten.
Inzwischen hatte sich eine eigene Subkultur entwickelt. Auf Deck 7 fand man Gruppen, die sich "Schiffbrüchige Optimisten" nannten. Sie planten bereits ihre Zukunft: als Freelancer für "Cloud-Kriegsführung" oder als Berater für "Social-Media-Gefechtsfeld-Management". Ein Obermaat träumte laut: "Stell dir vor, wir könnten die ganze Zeit Memes drucken und müssten nie wieder einen Anker lichten!"
Unter den Offizieren gab es bereits erste Verhandlungen mit lokalen iranischen Start-ups. Die Idee: Man tausche technisches Know-how gegen einen festen Liegeplatz in einem sicheren Hafen. "Wir sind bereit, als IT-Support für Mullahs zu arbeiten", hieß es in einem internen Schreiben. "Hauptsache, wir kommen endlich von diesem Ozean runter und kriegen mal wieder was zu essen, das nicht aus der Dose kommt."
Doch das Pentagon hatte noch einen Trumpf im Ärmel: "Projekt Torpedo-Garten". Dabei sollten die Seeleute auf den Schiffen kleine Hydroponikanlagen aufbauen, um sich selbst zu versorgen. Die Idee war genial und absurd zugleich: Mitten im Golf sollte Gemüse wachsen, während die Weltpolitik auf den kleinen Bildschirmen der Offiziere weiterging. Die Motivation war hoch - schließlich wollte niemand als erster in der Geschichte der US-Marine wegen Vitamin-C-Mangels ausfallen.
Die Ironie der Situation war allen bewusst: Während die Politik über Angriffsstrategien debattierte, saßen die Soldaten mitten im Wasser und diskutierten über die beste Art, einen Salat anzubauen. Es war eine Zeit des Wartens, aber auch eine Zeit des Erfindens. Vielleicht, so hofften sie, würde sich ja eines Tages jemand erinnern, dass es noch eine Flotte gab - und zwar eine, die nicht nur auf Knopfdruck, sondern auch auf Knopfdruck-Salat bereitstand.