Liebe Freunde der österreichischen Kleinkunst, die Zeiten sind hart für uns alle. Corona, Ukrainekrieg, Preisexplosion beim Semmerl – und jetzt das: Seiler und Speer, das schräge Comedy-Duo, steht plötzlich mitten im Getümmel eines Justizskandals. Wer hätte das gedacht bei den beiden harmlosen Musikanten, die sonst nur alberne Lieder über das Dorfleben trällern?
Aber die Wahrheit will ans Licht, und so muss sich Christopher Seiler nun einer mehrwöchigen Therapie unterziehen, um seine persönliche Aufarbeitung voranzutreiben. Sein Manager versichert uns: "Christopher Seiler bittet nochmals ausdrücklich um Entschuldigung." Ja, genau, Christopher, wir wissen schon, was du getan hast. Aber hey, ein bisschen Selbstreflexion kann ja nicht schaden, oder?
Während sich Seiler also in therapeutische Behandlung begibt, kümmert sich sein kongenialer Partner Thomas Speer um die dringenderen Dinge des Lebens. Zum Beispiel um den Ticket-Vertrieb für ihr Open-Air-Konzert in Gloggnitz. Dort feiert die Stadt nämlich ihr 100-jähriges Bestehen und hat dafür extra die beiden Volksmusik-Ikonen engagiert. Und weil die Gloggnitzer ein volles Haus sehen wollen, werden kräftig die Werbetrommeln gerührt. 6.432 Karten sind bereits verkauft, und am Sonntag gibt's noch Pizzera und Jaus obendrauf. Das nenne ich mal perfektes Krisenmanagement!
Natürlich gibt es auch ein paar kleinere Unannehmlichkeiten, wie etwa die Tatsache, dass Seiler und Speer drei Konzerte in Salzburg, Oberwart und Gmunden verschoben haben. Aber hey, wer hat schon gerne Terminkollisionen mit der Staatsanwaltschaft? Und außerdem: Solange die Gloggnitzer ihr Stadtfest gebührend feiern können, ist doch alles in Butter.
Bürgermeister René Blum jedenfalls ist ganz entspannt. "Wir sind mit dem Management in ständiger Abstimmung", versichert er. Und die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen wird sich Mitte April auch noch einfinden, um über Verkehrskonzepte und Gastro-Planung zu sprechen. Ja, so eine Open-Air-Veranstaltung will gut vorbereitet sein, da darf man keine Mühe scheuen.
Also, meine Freunde, lasst uns alle tief durchatmen und den Seiler-und-Speer-Skandal als das nehmen, was er ist: Eine kleine Erschütterung im sonst so friedlichen Künstlermilieu. Die beiden werden schon wieder auf die Beine kommen, und wir können uns in Gloggnitz auf ein grandioses Stadtfest freuen. Und wer weiß, vielleicht bringt die Therapie ja sogar neue Impulse für die Texte von Seiler und Speer? Vielleicht singen sie demnächst ja über existenzielle Krisen und die dunklen Abgründe der menschlichen Seele. Wäre doch eine interessante Wendung für das einst so harmlose Comedy-Duo, oder?