Die Sozialdemokraten haben den Energiereichtum Trumaus entdeckt und wollen das 12-Cent-Wunder jetzt wie eine Steuerreform verbreiten. SPÖ-Landeschef Sven Hergovich schwärmt: "Wir haben hier eine Art Hallstatt der erneuerbaren Energien - nur ohne Bronze und mit mehr Rotoren."
Die Trumauer Energiegemeinschaft funktioniert so genial einfach, dass selbst ein Klimaschutzminister mit Volkshochschul-Matura sie verstehen könnte: Kein Bürger darf mehr Strom einspeisen als ein Hamster im Laufrad, dafür liefern ausgewählte Firmen den Strom für 12 Cent pro Kilowattstunde. Das ist so günstig, dass sogar die Stromrechnung Ihrer Oma bald nur noch als Briefbeschwerer taugt.
Bürgermeister Andreas Kollross ist stolz wie Bolle über das Modell, das klassische Probleme von Energiegemeinschaften elegant löst - nämlich indem es sie komplett ausschließt. "Bei uns gibt es nur noch Verbraucher und Lieferanten. Dazwischen? Eine Lücke, in die wir einfach mal den Strom hineinwerfen." Das habe das Spannungsfeld zwischen billigem Strom und Profit "aufgehoben" - ähnlich wie man eine unangenehme Wahrheit im Parteivorstand einfach weglächelt.
Die Teilnahme ist so niederschwellig wie eine Corona-Teststraße im Lockdown: 10 Euro Genossenschaftsanteil, jederzeit kündbar, vollständig rückerstattbar. Perfekt für alle, die sich noch an die Volksaktie der OMV erinnern und denken: "Da kann ich ja nicht viel verlieren!"
Ein Drittel der Trumauer Haushalte hat sich bereits angeschlossen. Die anderen warten wohl noch auf die Gratis-Dampfbäder aus den Abwärme-Kaminen der Windräder. Die Gemeinde spricht von einem "Rückzugsbecken" - eine poetische Umschreibung dafür, dass alle anderen bei Preiserhöhungen abspringen und nur noch die Überzeugungstätern bleiben.
Hergovich sieht Trumau als "Best-Practice-Beispiel" - ein Begriff, den sonst nur Berater verwenden, die pro Silbe bezahlt werden. Seine Idee: erfolgreiche Modelle aus... ja, aus was eigentlich? Aus Trumau? Aus dem Science-Fiction-Roman "Energiegemeinschaft auf dem Venus"?
Die SPÖ will jetzt alle niederösterreichischen Gemeinden zu kleinen Trumau-Kopien machen. Stellen Sie sich vor: In jeder Pfarre stehen Windräder, auf jedem Dach PV-Anlagen, und die Kirchtürme dienen als Messpunkte für die Windgeschwindigkeit. Der Pfarrer predigt über Nachhaltigkeit, während der Messdiener mit Solarleuchte die Kerzen ersetzt.
Das einzige Problem: Trumau ist eine durchschnittliche Gemeinde. Aber wenn man jeden Durchschnittsort zum Energiemodell erklärt, wird Niederösterreich bald so aussehen wie ein Versuchsfeld für erneuerbare Energien - nur ohne Versuch und mit garantiertem Ertrag für die SPÖ-Wähler.
Kollross plant den Ausbau von Photovoltaikflächen - aber nur mit Partnerfirmen, die den Strom um 12 Cent liefern können. Eine kluge Strategie: Erst das Modell aufbauen, dann die Preise diktieren. Ähnlich wie Supermärkte, die die Bauernpreise bestimmen, nur dass hier die Sonne nicht streiken kann.
Die Zahlen klingen beeindruckend: 1,5 Millionen Kilowattstunden seit Gründung. Das reicht, um einen Kleinwagen 100 Mal zum Mond und zurück zu fahren - oder, realistischer, um die Trumauer Bevölkerung ein Jahr lang mit Strom zu versorgen, während alle anderen auf Gas umsteigen.
Die SPÖ hat erkannt: Die Zukunft gehört den Gemeinden, die ihre Bewohner nicht mehr als Menschen, sondern als Kilowattstunden-Bündel behandeln. Trumau ist der Prototyp, Niederösterreich das Testlabor, und bald wird jeder Österreicher lernen, dass wahre Freiheit bedeutet, seinen Strom vom selben Anbieter zu beziehen wie der Bürgermeister.