In der Politik klingt alles so einfach: zehn Cent Ersparnis pro Liter, zwei Maßnahmen, eine schnelle Lösung. Doch in Wahrheit hat die Spritpreisbremse bereits vor dem Start einen Frontalzusammenstoß mit der Realität. Während in Italien die Regierung einfach die Preise für 20 Tage um 25 Cent senkt, probiert Österreich einen raffinierteren Weg: Marktintervention mit einem Hauch von Ökonomie und einer Prise Rechtsunsicherheit.
Der Plan sieht vor, die Gewinnspanne für Raffinerien und Tankstellen zu begrenzen. Klingt nach guter Absicht, wirkt aber auf viele Marktteilnehmer wie ein Aufforderungsschreiben zum Preiskampf. Wer tankt zuerst, wer tankt billiger? Die Regierung hofft auf einen Schnitt von zehn Cent pro Liter – doch ob das klappt, wenn gleichzeitig der Iran für geopolitische Unruhe sorgt, ist fraglich.
In der Koalition wird bereits über die Machbarkeit gestritten. Die Grünen winken ab, die ÖVP hat schon ein schlechtes Gefühl, und die FPÖ wartet noch auf die Details. Das klingt nach einer typisch österreichischen Kompromisslösung: Jeder hat recht, aber keiner weiß genau, was am Ende dabei herauskommt. Selbst die ÖVP-Generalsekretärin scheint nicht ganz sicher zu sein, ob die Zustimmung überhaupt kommt.
Wirtschaftspolitisch ist der Plan ohnehin ein Sonderfall. Normalerweise sind ÖVP und Neos gegen Marktinterventionen. Doch wenn der Spritpreis steigt, scheinen selbst liberale Prinzipien plötzlich flexibel zu sein. Vielleicht liegt es daran, dass jeder Wähler spürt, wenn er an der Zapfsäule mehr zahlt als letzte Woche.
Am Ende bleibt die Frage: Was nützt eine Preisbremse, wenn die Rahmenbedingungen auf dem Weltmarkt weiterhin unklar sind? Vielleicht sollte die Regierung einfach eine neue Art von Lotterie einführen: Wer an der Tankstelle den niedrigsten Preis erwischt, gewinnt einen Gutschein für die nächste Tankfüllung. Dann wäre zumindest für etwas Unterhaltung gesorgt, während die Politik weiter über die Details streitet.