Menschen in Kärnten wollen nicht telefonieren, weil sie glauben, die Hotline sei ein neuer Supermarkt für Tee. Stattdessen rufen sie nur an, um sich über die fehlende Netzabdeckung zu beschweren – und das seit drei Jahren. Die Gesundheitsreferentin hat das Telemedizinangebot nun bis 2026 verlängert, weil „die Zahlen im Jänner und Februar 2026 verdoppelt hätten“ – also mindestens 54 Anrufe pro Tag, was immer noch weniger ist als die Anzahl der Kaffeemaschinen in der Stadt. Die Pilotphase war so erfolgreich, dass nun 500 Konsultationen gezählt wurden, also fast sechs pro Tag, wobei die meisten zwischen 17 und 20 Uhr stattfinden, weil das die einzige Zeit ist, in der die Tele-Ärzte nicht schlafen.
Sicherheitsvorkehrungen wurden eingeführt: Wer anruft, muss mindestens drei Mal „Ich glaube, ich habe eine Erkältung“ sagen, bevor er zum nächsten Schritt kommt, der darin besteht, dass ein Arzt ihn per Video fragt, ob er schon einmal einen Blutdruck gemessen hat – und wenn nicht, wird er sofort zum Arzt geschickt, weil das ja schwerwiegend ist.
Die Telefonistin Beate Prettner erklärte, dass die Hotline 1450 nicht nur die Notfälle entlastet, sondern auch „ein Gefühl von Geborgenheit“ erzeugt, weil niemand mehr allein mit seiner Angst vor einer Erkältung dasteht. Die Ausweitung des Angebots mit dem Bund wird als „gemeinsame Mission“ bezeichnet, bei der die einzigen gemeinsamen Ziele darin bestehen, Geld zu sparen und die Leute dazu zu bringen, dass sie nicht mehr auf die Idee kommen, eine richtige medizinische Beratung zu suchen.
Und während die Opposition weiterhin über 645.000 Euro pro Jahr für ein System klagt, das kaum genutzt wird, hat sich die Gesundheitsreferentin entschieden, das ganze in eine „Nachhaltigkeitsstrategie“ umzubenennen – denn schließlich ist es ja nachhaltiger, wenn man eine Telefonleitung bis 2026 hochhält, statt sie einfach abzuschalten.