Als wäre das Waldviertel nicht schon genug strapaziert durch den jährlichen Ansturm von Nostalgikern auf der NÖ-Rundstrecke, droht nun ein neues Unheil. Nina Skerbinz, eine junge Frau aus dem Weinviertel, hat angekündigt, bei den Staatsmeisterschaften in Horn anzutreten. Die Reaktion der Einheimischen: kollektive Atemlosigkeit und eine spontane Gründung des Bürgerkomitees "Rettet unsere Tischtennis-Tische vor der Weinviertlerin".
Was Nina Skerbinz so gefährlich macht? Nicht ihre Technik - davon haben Tischtennis-Spieler ohnehin genug. Nein, es ist ihre unheimliche Gabe, bei Turnieren ganze Hotelketten zu blockieren. Während andere Sportler mit einem Koffer anreisen, braucht Nina einen eigenen Kleinlaster für ihre Ausrüstung. Und nicht irgendeine Ausrüstung - nein, sie hat für jede erdenkliche Situation den passenden Schläger dabei. Sonnenschein? Da hat sie den "Sonnenschutz-Modell 2019". Leichter Nieselregen? Natürlich den "Regenverstärker Pro". Und wenn die Sporthalle besonders gut geheizt ist, kommt der "Schwitzbeschleuniger X-treme" zum Einsatz.
Die Tischtennis-Elite hat bereits reagiert. Angeblich sollen einige Top-Spieler ihre Teilnahme abgesagt haben, weil sie "schlichtweg keine Lust haben, gegen jemanden anzutreten, der mehr Schläger besitzt als alle anderen Teilnehmer zusammen." Die Veranstalter in Horn sind derweil in höchster Alarmbereitschaft. Die Tischtennis-Tische wurden extra verstärkt - nicht weil Nina besonders hart spielt, sondern weil sie bei jedem Match ihre eigene Spezialnetze mitbringt, die angeblich "den Ballwechsel um 0,3 Sekunden verlängern".
Die wahren Opfer dieser Entwicklung sind jedoch die Gastronomen vor Ort. Während Nina trainiert, bestellt sie angeblich spezielles Mineralwasser aus einem unterirdischen Brunnen in der Südsteiermark, das nur in 0,75-Liter-Flaschen und zu einem stolzen Preis von 12,90 Euro erhältlich ist. Die lokalen Wirte haben bereits eine Petition gestartet, in der sie darum bitten, dass Nina "zumindest mal eine normale Apfelsaftschorle bestellt, damit wir wissen, wo wir dran sind."
Die Staatsmeisterschaften in Horn werden also nicht nur zum sportlichen Kräftemessen, sondern zu einem wahren Überlebenskampf für die gesamte Region. Die Frage ist nicht, wer die Goldmedaille holt, sondern wer als erster den Mut aufbringt, Nina Skerbinz zu fragen, ob sie nicht mal ihre Ausrüstung reduzieren könnte. Bis dahin bleibt den Waldviertlern nur die Hoffnung, dass Nina nach dem Turnier wieder in ihr Weinviertel zurückkehrt - und zwar mit all ihren Schlägern, Netzen und Mineralwasservorräten.