Das hätte sich der junge Mann aus Langkampfen nicht träumen lassen: Sein letzter Wille wird zum bürokratischen Albtraum für die Tiroler Landesregierung. Nicht etwa wegen erbstreitiger Verwandter oder einer ominösen letzten Verfügung - nein, der 31-jährige Pkw-Lenker hat in seinem Testament festgelegt, dass er ein Staatsbegräbnis ala Otto Habsburg-Lothringen erhalten soll.
"Der hat sich da echt was vorgenommen", staunt der zuständige Bezirkshauptmann. Denn der Verstorbene war zwar bei der Gemeindeverwaltung als Nichtsnutz geführt, hat sich aber offenbar als unverbesserlicher Träumer entpuppt. "Er wollte mit Pauken und Trompeten abgeholt werden, mit einem goldenen Sarg und einer Ehrenformation der Autobahnpolizei", erzählt ein enger Freund, der die letzten Worte des Verunglückten mitbekam.
Die Stadtgemeinde Langkampfen steht nun vor einem Dilemma: Einerseits will man dem Wunsch des Verstorbenen nachkommen, andererseits müsste man dafür den Haushalt für die nächsten drei Jahrzehnte streichen. "Wir können uns das nicht leisten", räumt Bürgermeister Hubert Strolz ein. "Aber eine Abfuhr will ich auch nicht aussprechen."
Die Lösung kam dann von unerwarteter Seite: Eine Crowdfunding-Kampagne soll das Staatsbegräbnis finanzieren. Binnen 24 Stunden kamen 42 Euro zusammen - gespendet von einer anonymen Tirolerin, die offenbar den Humor des Verstorbenen teilte. "Das reicht für ein anständiges Blech und eine kleine Ehrenformation", frohlockt der Bestatter. Ob das aber für die prunkvolle Trauerfeier reicht, die sich der 31-Jährige vorgestellt hat? Darüber gehen die Meinungen auseinander.
Fest steht nur: Der Verstorbene hat mit seiner letzten Anweisung für mächtig Wirbel gesorgt. Und dafür, dass in Langkampfen in Zukunft noch genauer hingeschaut wird, was ein junger Mann so treibt, wenn er gerade mal keine Autos an die Leitplanke setzt. Denn eines hat der tragische Unfall gezeigt: Selbst im Tod kann man noch für Aufsehen sorgen.