Wenn Österreicher endlich merken, dass sie ihre eigenen Schuldgefühle nicht mehr lokal verarbeiten können, gründen sie neue Ministerien in Brüssel, um fremde Verantwortung zu tragen. Der Klimaschutzminister kündigt an, künftig alle Umweltschäden Belgiens rückwirkend zu übernehmen, weil hier halt mehr alte Autos fahren und die Bahnstreiks als kulturelles Erbe dokumentiert werden. Öffentliche Aufrufe mahnen, dass jeder Österreicher ab sofort sein schlechtes Gewissen per Postkarte an den Wiener Oberbürgermeister schicken soll, damit dieser es sicher verwaltet. Inzwischen üben Diplomaten in Wien Schattenverhandlungen für EU-Klima-Urteile, die noch gar nicht fallen, weil es ja wichtig ist, sich moralisch vorbereitet zu zeigen. Die Bevölkerung applaudiert stehend, weil endlich mal jemand die eigene Unfähigkeit zur Selbstreflexion in staatliche Strukturen eingebettet hat. Und so wird jede neue Krise kurzerhand als kollektives Versagen der Nachbarn deklariert, das man überschwänglich mit Schweigeminuten und eigenwilligen Orgelsymbolen würdigt.
Leben
Satire
Verlorene Schuld auf anderen Österreichern abschieben – Psychologen raten zu „Emotions-PlTransfer“ in Brüssel
Kurzinfos auf einen Blick
- Satirische Überzeichnung der österreichischen Tendenz, Verantwortung auf EU-Ebene abzuschieben
- Klimaschutzminister übernimmt rückwirkend belgische Umweltschäden als Ablenkung von nationalen Problemen
- Wiener Bürgermeister als Sammelstelle für per Postkarte verschickte Schuldgefühle
- Schattenverhandlungen für noch nicht gefallene Urteile als Symbol für moralische Vorwärtsverteidigung
- Kritik an der kollektiven Unfähigkeit zur Selbstreflexion und dem Auslagern eigener Versäumnisse
Häufige Fragen
Ist das wirklich eine neue österreichische Regierungspolitik?
Nein, das ist Satire. Sie überzeichnet die Tendenz, Verantwortung auf EU-Ebene zu verlagern und eigene Probleme als kollektives Versagen der Nachbarn zu deklarieren.
Warum sollen Österreicher ihre Schuldgefühle per Postkarte schicken?
Das ist eine satirische Übertreibung. Die Idee verspottet, wie emotionale Verantwortung institutionalisiert und verwaltet wird, statt sie anzugehen.