Der Demokratie-Monitor hat diese Woche einen Fund gemacht, der selbst erfahrene Politiker ins Schwitzen bringt: Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren haben nicht nur ein Problem mit der Politik, sie haben ein komplettes Ersatzkonzept. Wenn man den Ergebnissen glauben darf, wollen sie nicht nur mehr Mitbestimmung, sondern ein eigenes System, bei dem der Wahlzettel wie ein TikTok-Video aussieht und die Regierung alle zwei Wochen neu gewählt wird.
Die Politik reagiert besorgt. Nicht etwa weil die Jugend die Demokratie infrage stellt, sondern weil sie ein effizienteres System vorschlägt. In internen Runden heißt es, das könne "gefährlich werden". Ein Spitzenpolitiker soll nach der Präsentation der Studie gemurmelt haben: "Wenn die Jugend wirklich so viel ändern will, dann müssen wir vielleicht auch mal wieder etwas ändern. Das wäre ja Chaos!"
Besonders irritierend für die etablierten Parteien: Die Jugendlichen fordern nicht nur mehr Klimaschutz und bessere Bildung, sondern auch die Abschaffung von Sitzungssälen, Rederechten und jenen Teilen der Verfassung, die nach "Opa-Politik" riechen. Stattdessen soll es künftig "Demokratie im Akkord" geben – jeder kann vorschlagen, jeder kann entscheiden, und alle 24 Stunden gibt es eine neue Regierung.
Der Demokratie-Monitor sieht das gelassen. Er erinnert daran, dass es auch der katholischen Kirche nicht gutgetan habe, als die Jugend begonnen habe, Fragen zu stellen. Aber die Politik? Die hat ja noch viel mehr zu verlieren. Nicht nur Macht, sondern auch jene gemütliche Routine, bei der man montags debattiert, mittwochs lügt und freitags wieder vergisst, was man eigentlich wollte.
Die Jugend jedenfalls ist sich einig: Wenn die Politik nicht bald selbstbewusster wird und aufhört, immer nur "dem Volk" nachzulaufen, dann macht sie das eben ohne sie. Angeblich arbeitet eine Gruppe von 16-Jährigen bereits an einem Entwurf für eine neue Verfassung – mit extra viel Emojis und ohne Passagen, die nach "Verantwortung" klingen.
Die älteren Politiker nennen das "unreif" und "naiv". Die Jugendlichen nennen das "praktisch". Und die Demokratie? Die fragt sich, ob sie sich nicht vielleicht doch nochmal neu erfinden sollte – bevor es jemand anders tut.