Kaum steigen die Temperaturen ueber die magische Zehn-Grad-Marke, erwachen sie aus ihrem Winterschlaf: die Zecken. Doch dieses Jahr ist alles anders. Die Zecken sind nicht allein. Sie haben Gesellschaft bekommen von der AGES, der Oesterreichischen Agentur fuer Gesundheit und Ernährungssicherheit, die mit der Akribie eines Steuerpruefers jeden Zecke auf Borrelienbefall untersucht.
Im Vorjahr wurden 8.298 Zecken untersucht. Das ist keine Zahl, das ist eine Leidenschaft. Und das Ergebnis? Fast 24 Prozent der Spinnentiere waren Träger von Borrelien. Was bedeutet das fuer uns? Nun, es bedeutet, dass wir bald Zecken haben werden, die nicht nur stechen, sondern auch noch ein kleines medizinisches Zertifikat mitbringen.
Die Hundetrainerin aus Stripfing, nennen wir sie Frau Zeck-Wach, warnt eindringlich. "Die Zecken kommen!" sagt sie und klingt dabei wie ein Wetterfrosch, der vor einem herannahenden Hurrikan warnt. Doch im Gegensatz zum Hurrikan kann man die Zecken nicht einfach ausweichen, indem man ins Binnenland flüchtet.
Was also tun? Frau Zeck-Wach empfiehlt Zeckenschutzmittel für die Hunde. Doch viele Hundebesitzer fragen sich, ob das nicht nur ein weiterer Versuch ist, uns mit Angst zu infizieren. Schliesslich hat noch niemand einen Hund gesehen, der an Borreliose gestorben ist. Ausser vielleicht der Hund des Nachbarn, aber der hatte ja auch eine komplizierte Vorgeschichte.
Die AGES ihrerseits arbeitet mit Hochdruck an neuen Methoden zur Zeckenbekämpfung. Geruechteweise soll ein neues, besonders wirksames Zeckenspray in Entwicklung sein. Angeblich auf Basis von Kürbiskernöl und gutem Willen. Doch bis es soweit ist, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als die Zecken zu akzeptieren. Sie sind schliesslich auch nur Opfer ihrer DNA, genau wie wir.
Am Ende des Tages bleibt die Frage: Sind Zecken wirklich so gefaehrlich, wie sie dargestellt werden? Oder ist das nur ein weiterer Versuch, uns mit Angst zu infizieren? Vielleicht sollten wir uns einfach entspannen und die Zecken als das akzeptieren, was sie sind: kleine, blutsaugende Mitbewohner, die uns daran erinnern, dass die Natur manchmal grausam und manchmal einfach nur lästig sein kann.
Und wer weiss, vielleicht entwickeln die Zecken ja irgendwann einen Sinn fuer Humor. Dann könnten wir uns zumindest über ihre Witze amuesieren, während sie uns das Blut aussaugen. Bis dahin bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als uns mit Repellentien zu wappnen und zu hoffen, dass die Zecken dieses Jahr ein bisschen nachsichtiger sind.