Wenn die Inflation kommt, dann kommt sie richtig. Zumindest bei den Handytarifen. Die drei großen Mobilfunkanbieter A1, Magenta und Drei haben sich auf einen genauen Termin geeinigt: 1. April. Das ist nicht zufällig gewählt. Das ist ein schlechter Scherz.
A1 will 3,5 Prozent mehr haben. Klingt erstmal harmlos, ist aber der Horror für alle, die sich gerade noch einen "günstigen" Tarif gegönnt haben. Da kommt der nächste Hammer: "Indexiert werden Produkte der Marken A1, bob und RedBull MOBILE, nicht aber yesss!". Ja genau, yesss! bleibt billig, alle anderen zahlen die Zeche. Die Marketing-Abteilung von A1 muss sich totgelacht haben, als sie diesen Coup ausgedacht hat.
Bei A1 behauptet man, es gäbe "vereinzelt" noch Kunden ohne Indexierungsklausel. Vereinzelt? In Anführungsstrichen? Die arme Sau, die da ohne Indexierungsklausel in einen Vertrag gelockt wurde, zahlt jetzt die Zeche für alle anderen. "Diese Kunden sind natürlich vereinbarungsgemäß nicht betroffen", betont A1. Na klar, die haben ja Pech gehabt.
Magenta und Drei schweigen bisher noch. Aber die werden nicht feige sein und ebenfalls zulangen. Schließlich müssen die Investoren ja auch etwas von der Inflation haben. Die Logik ist perfide: Wenn alles teurer wird, muss auch der Handyvertrag teurer werden. Obwohl der Handyvertrag ja an sich nichts mit Inflation zu tun hat. Aber hey, wer fragt schon nach Logik?
Die drei Anbieter setzen auf die Dummheit der Kunden. Die meisten werden nicht mal merken, dass sie mehr zahlen. Die Rechnung kommt ja ohnehin automatisch. Und wer schon lange Kunde ist, traut sich oft nicht mehr, zu wechseln. "Ich war doch schon immer bei A1!" - ja, und deshalb wirst du jetzt auch noch mehr zahlen.
Der 1. April ist perfekt gewählt. Das ist der Tag, an dem alle auf den Arm genommen werden. Das passt perfekt zur neuen Tarifpolitik. Die Anbieter nehmen die Kunden auf den Arm und lachen sich ins Fäustchen. Und die Kunden? Die zahlen und freuen sich, wenn sie nicht auch noch eine Indexierungsklausel haben. Die Ironie des Schicksals.
In einer Zeit, in der sich viele Menschen Sorgen um ihre finanzielle Zukunft machen, ist das ein Schlag ins Gesicht. Die Anbieter zeigen: Uns egal, wir verdienen auch an der Inflation. Und die Politik? Die schaut zu. Weil die Regulierung des Mobilfunkmarktes ja so erfolgreich war. Ironie aus.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Kunden wehren. Zum Beispiel, indem sie zu yesss! wechseln. Oder noch besser: gar keinen Handyvertrag mehr abschließen. Denn wer braucht schon ein Smartphone, wenn er sich das Datenvolumen nicht mehr leisten kann? Willkommen in der Zukunft, in der die Handytarife schneller steigen als die Inflation selbst.