Der Lift an der Nordpromenade in Waidhofen an der Thaya streikte gestern Mittag aus unbekannten Gründen. Anstatt brav seine Runden zu drehen, beschloss er, eine Auszeit zu nehmen und sich auf der obersten Etage festzusetzen. Eine arme Seele saß in der Kabine fest und wartete auf ihre Befreiung.
Die Freiwillige Feuerwehr Waidhofen/Thaya rückte mit zwei Fahrzeugen an, um den rebellischen Aufzug zur Räson zu rufen. Nach einer gründlichen Erkundung der Lage stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich die Kabine tatsächlich in den Streik begeben hatte und eine Person in ihrer Gewalt hielt.
Die Feuerwehrleute nahmen Kontakt zu dem Aufzug auf und versuchten, ihn zur Zusammenarbeit zu überreden. Doch der Lift blieb stur und ließ sich nicht erweichen. Schließlich mussten die Einsatzkräfte zu drastischeren Mitteln greifen und den Aufzug stromlos machen.
Mit vereinten Kräften gelang es den Feuerwehrleuten, die Aufzugtüren manuell zu öffnen und die eingeschlossene Person aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Die Befreiungsaktion dauerte zwar etwas länger als geplant, aber am Ende konnte der Aufstand des Aufzugs niedergeschlagen werden.
Die Ursache für den Streik des Lifts ist bisher unklar. Möglicherweise fühlte er sich von seinen Aufgaben überfordert oder hatte einfach genug von den täglichen Auf- und Abfahrten. Die Stadt Waidhofen an der Thaya prüft nun rechtliche Schritte gegen den aufsässigen Aufzug.
Auch wenn der Aufzug nun wieder seinen Dienst aufnimmt, bleibt die Frage: Wie viele weitere Aufzüge in der Steiermark leiden still unter ihrer monotonen Arbeit? Werden auch sie bald ihre Stimmen erheben und für bessere Arbeitsbedingungen streiken? Die Feuerwehr Waidhofen/Thaya ist jedenfalls gewappnet für den nächsten Aufstand der Fahrstühle.