Wenn ein Mann 20 Jahre Gemeindedienst hinter sich hat und plötzlich den Gartenschlaeger an den Nagel hängt, dann kann das nur eine Sache bedeuten: Irgendwo im Gemeindebauhof wird gerade ein Stuhl frei, der so warm und kuschelig ist wie ein frisch gebadetes Katzenbaby. Franz Schönfelder hat sich diesen Stuhl jetzt gesichert - und zwar nicht irgendwie, sondern mit der Stilblüte einer "Altersteilzeit", die ihn bereits im Oktober in die verdiente "Vorruhezeit" schickte.
Aber halt! Da ist noch was: Der Bürgermeister lässt ausrichten, dass Franz weiterhin als "Joker" zur Verfügung steht. Ein Joker im Bauhof? Das klingt verdächtig nach einem Mann, der noch immer den Überblick über jeden vergessenen Bolzen und jede mysteriöse Pfütze hat. Wahrscheinlich sitzt er im Sessel zu Hause, trinkt einen Kaffee und sagt: "Sebastian, wenn du den Bagger da nicht an die Leitung parkst, wird das ein lauschiges Wasserballett."
Und Sebastian Haiden? Der arme Teufel ist gelernter Landmaschinenmechaniker und nun zuständig für Fuhrpark, Wasserleitungen, Straßenbeleuchtung, Grünraumpflege und Winterdienst. Das ist so, als würde man einen Koch bitten, gleichzeitig die Küche, den Weinkeller, den Abwasch und den Einkauf zu erledigen. Wenn Sebastian mal fünf Minuten Luft holt, wird Franz ihm vermutlich per Telefon einen Vortrag über die korrekte Positionierung des Schneepflugs halten.
Unterstützt wird Sebastian von Josef Hobl, einem "Universaltalent" mit "viel Liebe zum Detail". Liebe zum Detail klingt niedlich, bis man merkt, dass Josef wahrscheinlich jede Grashalme einzeln zählt und jeden Regentropfen dokumentiert. Wenn er "Liebe zum Detail" sagt, meint er damit womöglich: "Ich habe die exakte Position jeder Ameise auf der Grünanlage kartografiert."
Die eigentliche Pointe ist jedoch, dass der Gemeindebauhof zu einem Ort geworden ist, an dem die Pensionisten die Fäden ziehen und die Jungen die Arbeit machen. Franz sitzt zu Hause, trinkt Kaffee und gibt Ratschläge, Sebastian schwitzt sich durch den Fuhrpark, und Josef dokumentiert jede Grashalme. Das ist das perfekte System: Alt und weise gibt den Ton an, jung und stark macht die Beine breit.
Wer weiß, vielleicht plant Franz schon den nächsten Schritt: Ehrenamtlicher Bauhof-Berater mit eigener Beratungsstunde am Montagmorgen. "Komm her, Sebastian, ich zeig dir, wie man den Bagger richtig parkt, ohne dass die ganze Gemeinde überschwemmt wird."