Wo andere Urlauber noch nach Ruhe und Natur suchen, wird bald der Traum von 14 luxuriösen Holzbauten wahr. Das neue Chaletdorf am Grünen See verspricht Exklusivität auf dem neuesten Stand der Technik. Oder wie es die Betreiber nennen: "Nachhaltiger Massivholz-Tourismus mit Spa-Bereich."
Bereits im Mai soll die Vermietung starten - ideal für all jene, die einen Baum erst dann als Natur wahrnehmen, wenn er in ihrer Sauna als Deko hängt. Die Chalets sollen in massiver Holzbauweise errichtet werden, was im Marketing-Jargon so viel bedeutet wie: "Wir haben Bäume gefällt und daraus ein Ferienhaus gemacht."
Besonders innovativ ist die Lage: Mitten im Grünen See. Denn wer braucht schon einen See, wenn man ein Chalet hat? Die Bauarbeiten laufen bereits auf Hochtouren, was man schon kilometerweit hört, wenn man sich gerade im Spa-Bereich des benachbarten Helmut-Marko-Hotels entspannen will.
Die Architekten haben bei der Planung besonderen Wert auf Integration in die Natur gelegt. Das heißt: Die Chalets sind braun und stehen im Grünen. Wer genauer hinschaut, entdeckt vielleicht noch ein paar echte Bäume zwischen den Holzbauten - falls diese nicht schon für die nächste Erweiterungsphase gefällt wurden.
Für 100.000 Euro Aufpreis gibt es eine Einbau-Spülmaschine, die so laut ist, dass man die Baggerarbeiten auf der Baustelle kaum noch hört. Perfekt für alle, die ihren Luxus lauter haben wollen als die Natur.
Die Betreiber versprechen "hochwertiges Naturerlebnis" - was in der Tourismus-Sprache so viel bedeutet wie: "Wir haben Natur verbaut und dafür Wellness gebaut." Die Gäste können sich darauf verlassen, dass sie während ihres Aufenthalts keinen einzigen echten Vogel hören werden - nur den Kühlschrank im Chalet nebenan.
Besonders clever: Das Marketing verspricht "Exklusivität am Grünen See". Was es nicht verrät: Diese Exklusivität bezieht sich nur auf die Chalet-Besitzer, nicht auf die Tiere, die früher hier lebten. Die mussten ja nur weichen, damit Touristen in Ruhe ihr Geld ausgeben können.
Die Fertigstellung ist für Ende des Jahres geplant, rechtzeitig zur Skisaison. Denn was gibt es Schöneres, als nach einem Tag auf der Piste in ein Holzhaus zu kommen, das nach frisch gefälltem Baum riecht? Der Geruch von Geld, äh, Nachhaltigkeit.