Schon wieder eines dieser Boote, die offenbar nicht mit der Lebensmitte klar kommen. Die "Arctic Metagaz" macht seit Wochen genau das, was man als Seefahrer absolut nicht machen sollte: sie treibt. Nicht nur das, sie treibt auch noch mitten im Mittelmeer herum und sprengt sich quasi alle paar Stunden mal selbst in die Luft. Die Leute nennen das eine "schwimmende Zeitbombe", aber ich glaube, das ist einfach nur ein missverstandener Performance-Künstler.
Man muss ja verstehen: Der arme Kerl hat einen Schock erlitten, eine Explosion, und jetzt kann er nicht mehr richtig denken. Statt sich brav nach Malta zu schleppen, um dort professionell entsorgt zu werden, macht er jeden Tag sein eigenes Silvester-Feuerwerk. Das ist ja auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass er voller Erdgas ist. Da kann man sich ja fast vorstellen, wie es im Inneren aussieht: Eine Art gasbetriebenes Disco-Licht mit permanenten Pyrotechnik-Einlagen.
Die Anrainerstaaten machen sich natürlich Sorgen. Aber mal ehrlich: Wenn ein Schiff sich selbst sprengen will, dann ist das doch eine ganz persönliche Entscheidung. Man sollte den armen Kerl nicht mit bürokratischem Quatsch nerven. Malta will ihn ja gar nicht mehr haben, Russland will sich auch nicht mehr zuständig fühlen, und die Umweltschützer sind einfach nur neidisch, weil sie selbst nie so spektakulär explodieren dürfen.
Es gibt natürlich schon ganz geniale Lösungsvorschläge. Die einen wollen ihn auf den Meeresgrund sinken lassen, die anderen schlagen vor, ihn mitten in die Sahara zu schleppen. Ich finde, das ist alles viel zu banal. Warum nicht mal etwas Kreatives? Zum Beispiel könnte man ihn zur Wiener Staatsoper schleppen und dort als Hörspiel aufführen lassen. Die Explosionen könnten dann als Soundeffekte dienen, und die Zuschauer müssten sich nicht wundern, wenn plötzlich ein echtes Leck im Dach entsteht.
Oder man könnte das Schiff einfach zur touristischen Attraktion umfunktionieren. Man baut ein Riesenrad drum herum, macht einen "Boom-Boom-Park" draus und verkauft Eintrittskarten für das Spektakel. Die Kids könnten sich dann jeden Nachmittag ein echtes "Bumm-Bumm" anhören und dabei Popcorn essen. Das wäre doch mal was anderes als diese langweiligen Delfin-Shows.
Die Hauptsache ist ja, dass wir endlich aufhören, jeden kleinen Knall für eine Katastrophe zu halten. Wenn die "Arctic Metagaz" sich selbst ins Jenseits sprengen will, dann soll sie das doch machen. Vielleicht entdeckt sie ja dabei ja auch noch neue Formen der Energiegewinnung. Wer weiß, vielleicht können wir ja in Zukunft unsere Handys einfach in die Luft halten und per Knall-Ladung aufladen. Das wäre doch mal eine echte Innovation!