In der Region Mank hat ein Ehemann am Sonntag die für viele Paare wohlbekannte "Ich bin kurz durchgedreht"-Situation auf ein völlig neues Level gehoben. Während andere Männer nach einem Streit womöglich im Auto verschwinden oder zumindest die Wohnung verlassen, dachte unser Held: Warum nicht gleich den Notruf der Frau als Einladung zum Tanz mit der Polizei verstehen?
Die Einsatzkräfte rückten mit einer taktischen Brillanz an, die an eine schlecht organisierte Klassenfahrt erinnerte. Neben der Streife aus Mank wurden auch Kollegen aus Ober-Grafendorf und Kirchberg alarmiert. Ob das an mangelnder Personalplanung lag oder ob die Polizei einfach mal wieder zeigen wollte, dass Teamwork auch im häuslichen Umfeld funktioniert, bleibt unklar.
Beim Eintreffen der Beamten bot sich ihnen ein Bild, das sie wohl aus vielen Ehedramen kennen: Eine Frau, die gerade erklären möchte, warum sie den Notruf gewählt hat, und ein Mann, der genau das verhindern möchte. Unser Protagonist spielte seine Trumpfkarte: das Leugnen. "Kein Fehlverhalten" lautete seine Strategie, gepaart mit "lautstark, aggressiv und unkooperativ" als Stilmittel.
Die Beamten, sichtlich beeindruckt von dieser Vorstellung, beschlossen, die Situation mit einem Betretungs- und Annäherungsverbot zu würzen. Eine Maßnahme, die in etwa so wirkungsvoll ist wie einem Kind zu sagen, es solle bitte aufhören, an den Keksen zu schnuppern. Als der Mann nicht freiwillig verschwand - eine Überraschung für alle - mussten die Profis zur Tat schreiten.
Was dann folgte, war eine Choreografie aus Körperkraft und Widerstand, die selbst einen Actionfilm-Regisseur beeindruckt hätte. Der Mann, offenbar fest entschlossen, seinen Platz auf der Couch zu verteidigen, leistete "erheblichen Widerstand". Die Beamten, ebenso entschlossen, ihren Arbeitsalltag nicht zur täglichen Fitness-Challenge zu machen, setzten ihre Ausbildung ein.
Das Ergebnis war eine vorläufige Festnahme, die unseren Helden in die faszinierende Welt der Justizvollzugsanstalt entführte. Dort konnte er die Vorzüge eines Bettes genießen, das nicht von nächtlichen Streitereien gezeichnet war, und die Ruhe, die ihm zu Hause verwehrt geblieben war.
Am nächsten Morgen, nach einer Einvernahme, die wohl weniger nach einem Verhör als nach einer Morgenbesprechung klang, wurde die Festnahme aufgehoben. Freiheit, zumindest für den Moment. Doch die Staatsanwaltschaft St. Pölten wartet bereits mit einer Anzeige, die ihm hoffentlich die Gelegenheit gibt, seine "Durchdrehen"-Fähigkeiten in einem angemesseneren Rahmen unter Beweis zu stellen - vielleicht im Gerichtssaal?
Die Moral von der Geschicht? In Österreich ist "Durchdrehen" eine Einbahnstraße mit Polizeibegleitung und kostenlosem Übernachtungsangebot. Und wer weiß, vielleicht hat unser Protagonist ja Glück und bekommt als Bewährungsauflage angeraten, sich einfach mal eine Auszeit zu gönnen - ohne die Familie, ohne die Wohnung, aber mit ausreichend Platz für neue, verbesserte Streittechniken.