Endlich wieder Kunst mit Hauchen und Zischen! Die Galerie 12 in Eggenburg hat mit ihrer neuesten Ausstellung bewiesen, dass man für echte Kultur nicht nach Wien fahren muss. Hauenschilds Bilder wirken wie eine Mischung aus abstraktem Schmutz und dem, was man auf einen Betonboden tropfen lässt, wenn man gerade Lack verarbeitet. Aber genau das lieben die Leute.
Das Dorf war bislang eher für seine rustikale Weinstube "Zum vergessenen Künstler" bekannt, wo die Einheimischen jeden Abend zusammenkamen, um über das triste Leben zu jammern. Doch nun strömen sie reihenweise in die Galerie 12, als hätten sie gerade entdeckt, dass Kunst mehr ist als ein verkorkstes Glas Heurigen.
Die Eröffnungsrede von Bürgermeister Maier war so voller Pathos, dass selbst die Bilder von Hauenschild ein wenig verlegen wirkten. "Kunst ist das Salz in der Suppe des Lebens", verkündete Maier und fügte hinzu: "Und wenn wir schon nicht kochen können, dann müssen wir wenigstens anschauen, was andere so treiben." Die Gäste nickten ehrfürchtig, als hätten sie gerade eine Offenbarung erfahren.
Die Galerie-Betreiberin Helga Schneider schwärmt: "Wir haben mit der 12 angefangen, weil wir dachten, das wäre eine schöne Zahl. Aber jetzt wissen wir: Es ist auch die Anzahl der Besucher, die wir pro Tag anziehen können, ohne dass es unangenehm riecht." Die Erfolgsformel scheint zu funktionieren: Ein Hauch von Albertina, aber mit dem Charme eines Turnschuhs, der gerade aus der Waschmaschine gekommen ist.
Ein Besucher meinte nach der Vernissage: "Ich habe noch nie so viele Leute gesehen, die sich so anstrengen, interessiert zu wirken. Aber hey, es ist ja auch schön, mal etwas anderes zu tun als den Hahn im Wirtshaus zuzudrehen." Die Galerie 12 hat damit bewiesen, dass selbst in der Provinz Kunst lebendig ist – solange man sie nicht zu genau anschaut.