Wenn jemand drei Medaillen bei einer internationalen WM holt und einen österreichischen Rekord aufstellt, sollte man meinen, das löst landesweite Begeisterungsstürme aus. In Ernhofer-Land hingegen reagierte man mit der gebotenen österreichischen Zurückhaltung: Man ließ eine Postkarte mit "Gut gemacht" abdrucken und hängte sie an die Pinnwand im Bundesheer-Sportheim.
Der Schwimmer selbst zeigte sich natürlich überwältigt von der Geste. "Ich dachte zuerst, es ist Werbung für eine Autoversicherung", gestand er im Interview. "Aber dann sah ich, dass da wirklich mein Name draufstand. Das war emotional."
Die Sportreferentin des Verteidigungsministeriums zeigte sich "höchst erfreut" über den Erfolg, könne aber wegen Sparmaßnahmen derzeit "keine weiteren Ressourcen für spontane Freudentänze" bereitstellen. Man arbeite stattdessen an einem Konzept für "kontrollierte, budgetkonforme Jubelstimmung".
In Sportkreisen sorgte die minimalistische Reaktion für Kopfschütteln. "Wenn einer bei Olympia drei Goldmedaillen holt, kriegt er vielleicht eine E-Mail", mutmaßte ein anonymer Trainer. "Aber eine Postkarte – das ist schon fast übertrieben."
Unterstützung erfuhr die Behörde von der Finanzverwaltung, die lobte, dass man "auch bei sportlichen Spitzenleistungen konsequent auf Überraschungsausgaben verzichte". Man wolle ja schließlich nicht, dass sich jemand "verfrüht wichtigtut".
Für Ernhofer selbst bleibt der Rekord unbestritten. Er plant bereits die nächste WM. Ob er dann eine Dankeskarte vom Sportminister erhält? Unwahrscheinlich. Aber vielleicht ja eine Sprachnachricht.