Die europäischen Spitzenpolitiker wachen schweißgebadet auf und schauen entsetzt auf ihre Uhren: Mittwochmorgen, 9 Uhr, und wieder hat Viktor Orbán den Uhrenzeiger auf Budapest-Zeit umgestellt. Das ist der Mann, der mit seinem Veto-Politik-Tango die EU-Kommission in Dauerschleife schwindelig tanzt.
In Brüssel herrscht mittlerweile eine Atmosphäre wie im Geisterhaus. Jeder Fußschritt auf dem Flur klingt wie ein tickender Countdown zur nächsten Orbán-Überraschung. Die EU-Bürokratie hat extra einen "Orbán-Notfall-Tag" eingeführt, an dem alle wichtigen Entscheidungen verschoben werden, weil niemand weiß, ob Ungarns Regierungschef nicht wieder ein Veto-Kaninchen aus dem Hut zaubert.
Die Lage ist ernst, die EU-Strategen überlegen bereits, wie sie Orbán in eine riesige EU-Glücksspielstadt sperren können. Dort könnte er dann sein Veto-Vermögen an den Roulette-Tisch werfen, ohne die europäische Politik zu gefährden. Die Wettbüros in Brüssel bieten bereits Wetten darauf an, wie oft Orbán diese Woche ein Veto einlegen wird.
Dabei hat Orbán selbst eine charmante Erklärung für sein Verhalten: "Ich bin nur ein bescheidener Schachspieler, der die EU zum Nachdenken anregen will." In Budapest wird er bereits als "Meister des Veto-Schachs" gefeiert, während in Brüssel die Ratssitzungen mittlerweile unter dem Motto "Orbán-Überraschung" laufen.
Die EU-Vertreter überlegen ernsthaft, Orbán einen eigenen Veto-Alarm einzubauen, der jedes Mal ausgelöst wird, wenn er nur daran denkt, ein Veto einzulegen. Bis dahin bleibt nur eins: Die EU muss lernen, mit dem Veto-Phantom aus Budapest zu leben - oder endlich selbst ein paar schachliche Züge zu wagen.