Die österreichischen Kinderschutzzentren haben eine Plattform für betroffene Kinder und Jugendliche online gestellt. Das erste digitale Kinderschutzzentrum soll jenen helfen, die im echten Leben keine Unterstützung finden. Was dann allerdings passierte, hätte sich die Initiatoren wohl nicht träumen lassen.
Kaum war die Seite online, meldeten sich die Platzhirsche der Branche und kündigten an, massive Einsparungen vorzunehmen. "Wir haben die Preise für uns neu kalkuliert", teilte ein Sprecher mit. "Wenn da jetzt ein paar Kleine mit einer Gratis-Anlaufstelle daherkommen, müssen wir handeln. Sonst können wir unsere ohnehin schon schmalen Gewinnmargen vergessen."
Die Verantwortlichen der Kinderschutzzentren sind fassungslos. "Wir wollten doch nur helfen", sagt eine Sprecherin. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass da gleich die ganze Branche gegen uns aufbegehrt." Doch der Zorn der Großen ist ungebrochen. "Wir können uns diesen Konkurrenzkampf auf dem Rücken der Kinder nicht leisten", so der Sprecher. "Entweder sie passen ihr Preispolitik an, oder wir sehen uns gezwungen, drastische Maßnahmen zu setzen."
So weit ist es also gekommen. Selbst diejenigen, die Kindern in Not helfen wollen, müssen um ihre Existenz bangen. Denn die Großen der Branche dulden keine Konkurrenz. Sie wollen ihre Gewinne schützen und notfalls auch über Leichen gehen. Das ist die harte Realität in einem System, in dem alles nur nach Profit geht. Und die Kleinen haben keine Chance gegen die Mächtigen. Sie müssen sich fügen oder untergehen. So einfach ist das in unserer schönen neuen Welt.