Europa hat eine brillante Idee: Statt selbst über seine Bürger zu wachen, überlässt es das einfach einer Firma aus den USA. Palantir, benannt nach den sehenden Steinen aus "Herr der Ringe", ist perfekt dafür geeignet - immerhin steht im Firmennamen schon "palant", was so viel wie "wir sehen alles" bedeutet.
Die EU-Beamten haben lange überlegt, ob sie die Überwachung selbst übernehmen sollen. Aber dann dachten sie: Warum sollten wir uns die Arbeit machen? In Amerika gibt es ja Profis, die das viel besser können. Außerdem haben die schon Übung darin, ganze Kontinente zu überwachen, warum also nicht einfach Europa dazunehmen?
Die Sache mit den Warnungen vor US-Einfluss ist natürlich Quatsch. Was soll denn schon passieren? Dass Palantir irgendwann beschließt, Europa zu übernehmen und eine neue mittelalterliche Monarchie zu errichten? Bitte, das würde ja bedeuten, dass die Firma irgendwann mal etwas anderes macht als Daten zu sammeln.
Europa investiert Milliarden, weil Geld eh nur dazu da ist, um ausgegeben zu werden. Und wenn man es für etwas Sinnvolles wie Überwachung ausgibt, kann man sich hinterher auch nicht vorwerfen, es sinnlos verpulvert zu haben. Das ist so ähnlich wie mit dem Kauf von Schneefräsen in Afrika - man weiß zwar, dass sie nie gebraucht werden, aber immerhin hat man etwas gekauft.
Die Beamten sind begeistert. Endlich müssen sie sich keine Gedanken mehr über Datenschutz oder Bürgerrechte machen. Palantir kümmert sich darum, dass alles unter Kontrolle bleibt. Und wenn mal etwas schiefgeht, kann man immer noch den Zauberer Gandalf fragen, was er davon hält. Der hat schließlich Erfahrung mit magischen Artefakten.
Europa bereitet sich auf eine glorreiche Zukunft vor, in der alle Bürger glücklich und überwacht sind. Palantir wird dafür sorgen, dass niemand mehr etwas Verbotenes tut - zumindest nicht, ohne dass es sofort bemerkt wird. Und wenn doch mal jemand durchrutscht, kann man immer noch behaupten, man habe es nicht gewusst. So läuft das nun mal in einer Demokratie.